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13. Mai 2010 19:52 Uhr

Rangierbahnhof

Gefahrgut: Weiler Feuerwehr kritisiert die Bahn heftig

Fehlende Informationen und mangelnde Kooperationsbereitschaft: Die Weiler Feuerwehr ist sauer auf die Deutsche Bahn. Denn die erschwere Einsätze am Rangierbahnhof – und gefährde sie dadurch.

  1. Einsätze auf dem Bahngelände sind für die Feuerwehr mit so manchen Unwägbarkeiten verbunden. Foto: Frey

WEIL AM RHEIN. Zuständig für diese unbefriedigende Situation fühlt sich dort aber kaum jemand. Am Dienstagnachmittag etwa irrten die Wehrleute des Sondereinsatzzuges fast eine halbe Stunden durch den Rangierbahnhof, bis sie dann tatsächlich den Waggon ausmachen konnten, auf dem ein Lastwagen stand aus dem wie sich später heraus stellte, leicht entzündliche und gesundheitsgefährdende Flüssigkeit heraus tropfte.

Als die Wehrmänner dann mit Atemschutz den Einsatz begannen, wurde vor ihrer Nase herum rangiert – obwohl die Wehrmänner, wie Stadtbrandmeister Klaus Gempp der Bahn schon bei früheren Einsätze erläutert hat, in der schweren Sicherheitskleidung im Sichtfeld und auch beim Hören eingeschränkt sind, so dass sei einen fahrenden Zug kaum wahrnehmen können.

Auslaufende Waggons können nicht sicher gestellt werden

Als ärgerlich hat sich zuletzt erwiesen, dass die Bahn das ehemaligen Havariebecken im Bahnbetriebswerk still gelegt hat. Damit sein die einzige Möglichkeit verschwunden, einen auslaufenden Waggon sicher zu stellen, so Gempp. Um den Waggon überhaupt entladen zu können musste er – nach längerer Diskussion mit verschiedenen Stellen der Bahn – in den Umschlagbahnhof rangiert werden, wo aus Sicherheitsgründen anschließend der Betrieb für mehrere Stunden ruhte.

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Zumindest das scheint man bei der Bahn registriert zu haben. "Wir werden den Vorfall analysieren, um zu klären, ob sich derartige Beeinträchtigungen für den Umschlagbahnhof künftig vermeiden oder wenigstens verringern lassen", lautete die eher knappe Stellungnahme am Mittwoch. Das Havariebecken wird dabei jedoch keine Rolle mehr spielen können. Das Becken, das ursprünglich zur Wartung von Dieselloks gebaut war, soll in nächster Zeit vom Kanalisations- und Schienennetz abgehängt werden, da es bahnseitig nicht mehr gebraucht werde, wie die DB-Netz AG der Stadt schon von knapp einem Jahr angekündigt hat, als Verwaltung und Feuerwehr sich für den Erhalt der Anlage stark machten. Inzwischen seien die für die Stilllegung notwendigen Prüfungen abgeschlossen.

Unhaltbare Zustände

Von unhaltbaren Zuständen spricht Stadtbrandmeister Gempp, der sich um die Sicherheit seiner Wehrmänner sorgt. Den Hinweis der Bahn, dass tropfende Gefahrgüter am besten direkt auf dem Gleis mit Wannen aufgefangen werden sollten, kann man nicht nachvollziehen. Zum einen verfügt man über keine entsprechend große Auffangbehälter, in die ganze Euro-Paletten angestellt werden könnten. Abgesehen davon sei das ohne Kräne oder andere Hilfsmittel unmöglich.

Für Hauptamtsleiter Huber ist der Vorfall Anlass zum erneuten Gespräch mit der Bahn. Angesichts der logistischen Probleme und Kosten, die solche Zwischenfälle im Umschlagbahnhof verursachen, kann man hoffen, dass die Bahn bereit ist, sich damit auseinander zu setzen.

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Autor: Ulrich Senf