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19. Mai 2009

Glanzvolle Premiere des Singkreises

Das erste Konzert unter der Leitung der neuen Dirigentin Alina Kolodziejczyk begeisterte die Zuhörer in der St.-Gallus-Kirche

  1. Alina Kolodziejczyk hatte ihre Sängerinnen glänzend auf das Kirchenkonzert eingestellt. Foto: Ounas-Kräusel

WEIL AM RHEIN-ÖTLINGEN. Lang anhaltender Applaus erfüllte die Galluskirche, als der Singkreis Ötlingen am Sonntag sein Konzert beendete. Vor voll besetzten Reihen sang der Chor eine Messe breve des Romantikers Charles Gounot, außerdem Lieder vom 16. bis zum 19. Jahrhundert. Es war das erste Konzert mit der neuen Chorleiterin Alina Kolodziejczyk. Neben dem Chor wirkten das Blockflötenduo "HO" und der Organist Andreas Greiner mit.

Der Singkreis gestaltete sein Programm aus vier Jahrhunderten lebendig und ausdrucksvoll und schaffte es damit, die Menschen zu berühren. Mit einem geistlichen Lied aus der Renaissance "Memento salutis" eröffnete der Chor das Konzert. Sofort waren die Qualitäten des Ensembles mit seinen knapp 30 Sängerinnen zu spüren: Die schöne Klangfülle, die lebendige Ausstrahlung, die starken, zum Teil geschulten Sopranstimmen, die bisweilen den ganzen Chor zu tragen schienen.

Nach dem geistlichen Stück mit seinem würdevollen Ernst erklang ein heiteres, leichtes Renaissancelied, bei dem die Melodien der einzelnen Stimmen tanzten und sich leichtfüßig umspielten. Später trug der Singkreis dann geistliche Lieder von so unterschiedlichen Komponisten wie Mendelssohn-Bartholdy und Silcher vor. Besonders schön war das Stück "Frieden", in das der bekannte Kanon "Dona nobis pacem" verwoben war. Ein Werk, das die Frauen mit ruhiger Klarheit vortrugen.

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Dazwischen setzte das Blockflötenduo "HO" virtuos spielerische Akzente. Claudia Heinisch und Teresa Hackel, die beide Alte Musik studiert haben, ließen die Melodien auf ihren Flöten fließen und tanzen. Ungewöhnlich war die "Großbassflöte", die ein moderner Instrumentenbauer nach dem Vorbild von Orgelpfeifen gebaut hatte. Mit überraschend warmem, vollem Klang unterlegte das klobige Instrument das heitere Spiel der anderen Flöte.

Höhepunkt des Konzerts war die Messe breve von Charles Gounod, die der Singkreis mit Orgelbegleitung von Andreas Greiner vortrug. Der Chor sang die Messe mit schöner Klangfülle und ruhigem Ernst. Getragen, voll verhaltener Intensität, eröffneten die Altstimmen das Werk mit dem "Kyrie". Doch bald steigerte sich der Chor zu klangvoller Intensität. Immer wieder strahlten die Stimmen auf, beim "Gloria" etwa. Besonders schön waren auch hier die starken Sopranstimmen, aber auch der warme Alt. Dann wieder nahmen sich die Sängerinnen zurück, etwa zur fast flehentlichen Bitte des "Miserere nobis" (Herr, erbarme dich). Die Sängerinnen trugen die Messe voll Dynamik und Ausdruck vor und ernteten dafür begeisterten Applaus.

Autor: Regine Ounas-Kräusel