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13. September 2017

Grünes Licht für Johannesgemeinde

80 Prozent der Arbeiten ausgeschrieben / Kostenrahmen von zwei Millionen Euro gesichert / Oberkirchenrat bewilligt Baubeginn.

  1. Rund um das Johannes-Quartier tut sich was. Sowohl am Gemeindezentrum, wie auch am alten Pfarrhaus und am Kindergarten Arche haben die Abbrucharbeiten begonnen. Foto: Lauber

WEIL AM RHEIN. Gute Nachrichten gibt es für die evangelische Johannesgemeinde: Während der Sommerferien hat der Oberkirchenrat in Karlsruhe die Neubaupläne für das zwei Millionen Euro teure Gemeindezentrum bewilligt und grünes Licht für den Beginn der Bauarbeiten gegeben. Die sollen nun in der letzten Septemberwoche beginnen. Im Ältestenkreis ist man daher guter Dinge, dass der Neubau zu Weihnachten 2018 zur Verfügung stehen wird. Die Fertigstellung sollte laut Bauzeitenplan Anfang November erfolgen.

Die Finanzierung des neuen Gemeindezentrums war im vergangenen Jahr in Gefahr geraten, nachdem die Kostenrechnung deutlich höher ausfiel als zunächst angenommen. Letztlich einigten sich Gemeinde und Oberkirchenrat auf eine Obergrenze von zwei Millionen Euro. Die Baugenehmigung von Seiten des Oberkirchenrates sollte erst dann erfolgen, wenn 80 Prozent der Arbeiten ausgeschrieben sind und sich bestätigt, dass die Kostenansätze gehalten werden können.

"Alle Befürchtungen

haben sich zerschlagen."

Gerd Tausendfreund

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Genau das sei inzwischen der Fall, versicherte am Dienstag Gerd Tausendfreund gegenüber der Badischen Zeitung. Tausendfreund ist im Ältestenkreis der Johannesgemeinde für Bauangelegenheiten zuständig. Alle Befürchtungen hätten sich inzwischen zerschlagen, sagt er, der Oberkirchenrat in Karlsruhe habe daher dem Beginn der Arbeiten zugestimmt, die Gemeinde aber dennoch aufgefordert, nach wie vor darauf zu achten, ob sich nicht doch noch Einsparmöglichkeiten ergeben.

Der Abbruch des alten Gemeindezentrums ist deshalb inzwischen bereits angelaufen. Die beauftragte Firma hat damit begonnen, die Einbauten im Gemeindezentrum zu entfernen. Hinter dem Gebäude stehen bereits zwei Container, die mit dem Parkett aus dem Gemeindesaal und anderen Wertstoffen gefüllt sind, die wiederverwertet werden können. "Im Moment sind nur noch einige Fenster drin, sonst steht nur noch der Rohbau", sagt Tausendfreund. Mit dem Ausbau der restlichen Fenster muss man allerdings noch zuwarten. Weil bekanntlich nur das Gemeindezentrum abgerissen wird, die Johannes-Kirche aber stehen bleibt, muss die hölzerne Senkwand, die bisher dazu diente, beide Gebäudeteile voneinander zu trennen, nun zunächst professionell abgedichtet werden, ehe sie Wind und Wetter ausgesetzt werden kann. Das soll in den nächsten Tagen passieren. "Danach kommen dann die Bagger", so Tausendfreund. Die werden das Gebäude abtragen und auch Teile des Kellers entfernen. Der restliche Keller bleibt in der Erde und dient als Fundament für den Neubau. Die Firma, die den Rohbau erstellt, wird in der letzten Septemberwoche mit ihrer Arbeit beginnen.

Da der Kostenrahmen offenbar eingehalten werden kann, wird es an der geplanten Bauausführung keine Abstriche geben. Kleine Änderungen seien lediglich durch Vorgaben der Stadt oder des Landratsamtes erforderlich gewesen, sagt Tausendfreund. So habe man zusätzlich Fahrradständer einplanen und beim Außenbelag statt wie geplant Asphalt einen wasserdurchlässigen Pflasterstein für die Hoffläche wählen müssen. Außerdem legte die Stadt wert auf eine Dachbegrünung. Vorgesehen war zunächst lediglich ein Blechdach.

Das Gebäude werde aber so realisiert, wie man das in Gemeindeversammlungen vorgestellt habe. Der Entwurf des Architekturbüros Thoma Lay Buchler aus Todtnau sieht vor, westlich an die Johanneskirche einen großen Gemeindesaal anzubauen, der durch eine Trennwand in zwei Säle mit 80 und 48 Quadratmeter aufgeteilt werden kann. Südlich schließt sich ein 70 Quadratmeter großes Foyer an, über das auch der Kirchenraum zu erreichen ist. Einen Eingang direkt von außen in die Kirche gibt es dann nicht mehr. Westlich vom Foyer liegen eine Küche (30 Quadratmeter), ein Abstell- und ein Technikraum (15 qm), Toiletten (18 qm) sowie südwestlich ein Besprechungs- und ein Gruppenraum (24 und 30 qm).

Das Foyer ist zur Schillerstraße komplett verglast, die Gemeindesäle haben auf der Nordseite eine breite Glasfront. Vom Foyer sind die Säle durch eine mobile Wand getrennt. Wird sie geöffnet, ergibt sich ein freier Blick von der Schillerstraße durch das ganze Gebäude auf das nördlich anschließende Parkgelände.

Auch der Kirchenraum wird optisch geöffnet. Die südwestliche Ecke wollen die Architekten komplett verglasen und so einen freien Blick in den Sakralraum ermöglichen. Kirche und Foyer erhalten gewissermaßen einen "durchsichtigen" Charakter.

Autor: Hannes Lauber