Herbergssuche in hektischer Zeit

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 08. Dezember 2017

Weil am Rhein

Im Tam erzählt Emine Akman die biblische Weihnachtsgeschichte mit bunt gemischtem Ensemble aus moderner Perspektive.

WEIL AM RHEIN. Eine Weihnachtsgeschichte der besonderen Art wird im Theater am Mühlenrain gezeigt. Unter der Regie von Emine Akman wird das Stück von Johannes Galli für die ganze Familie, das vor zwei Jahren schon einmal auf dem Spielplan stand, in komplett neuer Besetzung und neuer Inszenierung aufgeführt. Am kommenden Sonntag, 10. Dezember, ist Premiere.

"Die Weihnachtsgeschichte" erzählt, ausgehend von den biblischen Geschehnissen, in moderner Form von der mühsamen Herbergssuche von Maria und Josef, die mit ihrem Esel unterwegs sind und Obdach suchen. Tam-Chef Klaus-Peter Klein und die Schauspielerin und Theaterkursleiterin Emine Akman haben ein neues Ensemble zusammengestellt, in dem Mitglieder des Tam-Teams, Teilnehmer der Schauspielkurse und des Märchenmitspieltheaters und viele Kinder mitwirken.

Akman hat neue Ideen eingebracht in diese ebenso humorvolle wie bewegende Inszenierung, in der die biblische Geschichte durch zeitgemäße Szenen frisch beleuchtet wird. So sind Szenen zu sehen, in denen es um die Weihnachtsvorbereitungen der Leute von heute geht. Vor lauter geschäftigem Treiben, Stress und Hektik "kriegen sie die Not der anderen gar nicht mit", beschreibt es Emine Akman.

So klopfen Maria und Josef vergeblich an verschiedene Haustüren an und werden überall abgewiesen, weil die Leute mit anderen Dingen beschäftigt sind. "Die Menschen können sich in den Szenen wiederfinden, denn solche Situationen gibt es in vielen Familien, die im Weihnachtsstress sind."

Um den "steinigen Weg" von Maria und Josef auf ihrer Obdachsuche zu symbolisieren, haben die Akteure drei "Stolpersteine" eingebaut. Die Alltagsszenen rund um das Fest der Liebe, die diese "Weihnachtsgeschichte" in die heutige Zeit übertragen, machen das Stück lebendig und abwechslungsreich. Sogar ein Zöllner taucht auf, der Maria und Josef bei der Grenzkontrolle anhält. "Wir wollen aber nicht den Zeigefinger erheben", sagt Emine Akman. Auch an den Hof des Herodes führt das Stück, das mit farbenprächtigen Kostümen ausgestattet ist und mit orientalischem Tanz aufwartet.

In den Hauptrollen sind Manfred Scheewe, ein bekannter Darsteller des Tam-Teams als Josef und Caroline Bendel als Maria zu sehen. Die junge Darstellerin wirkt regelmäßig bei den Märchenspielen im Tam mit. Den König Herodes gibt Klaus-Peter Klein, als Mutter von Herodes ist Christine Krauth zu erleben. Als Engel hat Sandra Trefzer einen wirkungsvollen Auftritt im wunderschönen Kostüm.

Neue Mitspieler sind das Ehepaar Claudia und Maurizio Nozzolillo mit Tochter Elisa. Die italienische Familie ist vor zwei Jahren nach Weil am Rhein gezogen. Maurizio Nozzolillo, der auch in seiner Heimat schon Theater gespielt hat, besuchte die Schauspielschule von Emine Akman im Tam, um die deutsche Sprache über das Theaterspielen besser zu lernen. Auch einige Kinder aus Akmans Theaterschule wirken mit: etwa Christophe und Philipp Erblang, die Posaune und Saxophon spielen, Clara Gallasch, die Geige spielt, Mia und Jona Schauer sowie Till Trefzer. Die Kinder übernehmen kleine Rollen, spielen Tierfiguren oder sind als Statisten dabei. Gemeinsam wird auf der Bühne "Stille Nacht" gesungen und gespielt, denn am Schluss an der Krippe wird es besinnlich.

Aufführungstermine sind am 10., 17. und 23. Dezember, jeweils 16 Uhr. Die Vorstellung am 23. Dezember ist bereits ausverkauft. Karten können unter Tel. 07621/ 71334 reserviert werden.