Hinter den Kulissen des Tam

Norbert Sedlak

Von Norbert Sedlak

Mi, 12. April 2017

Weil am Rhein

Beim Tag der offenen Tür stellt sich der neue Theaterpächter Klaus Klein vielen Neugierigen vor.

WEIL AM RHEIN. Ausgerechnet am bisher sonnigsten und wärmsten Tag des Jahres lud Klaus-Peter Klein, der neue Pächter des Theaters am Mühlenrain (Tam), zum Tag der offenen Tür ein. "Damit wollten wir den Besuchern einen ganz neuen Blick auf das Theater ermöglichen", erklärte "Kläusi" Klein: "Man ist mitten im Geschehen, sieht, was hinter der Bühne passiert und was alles für die Inszenierung eines Stückes notwendig ist."

Normalerweise fällt nach dem verdienten Applaus für die Schauspieler der Vorhang, was sich zuvor und danach hinter den Kulissen abspielt, bleibt dem Publikum meist verborgen.

Nicht so am Sonntag: Eine große Anzahl von Besuchern nutzte die Möglichkeit, die Räumlichkeiten mit Bühnentechnik, Kostümen und Maske einmal hautnah mitzuerleben. "Es war ein sehr interessiertes Publikum", erzählte der neue Pächter, "von jung bis alt waren alle Altersgruppen vertreten." Was ihn besonders freute, war, dass nicht nur Bekannte, sondern auch Unbekannte den Weg in den Mühlerain fanden. Selbst einmal auf der Bühne zu stehen und sich vorzustellen, wie es wäre, vor ausverkauftem Haus zu spielen, dürfte für die Besucher auch einen gewissen Reiz gehabt haben. "Schauspielerei muss ja kein Traum bleiben. Vielleicht hat es ja den einen oder anderen auch animiert, die Bretter, die die Welt bedeuten, sich zu eigen zu machen", meinte der Leiter des Tam.

Die Besucher haben ihr Kommen nicht bereut. Emine Akman stellte bei der Tanzmeditation zu "Die sieben Kellerkinder" von Johannes Galli ihr ganzes Können als ausgebildete Körpersprachentrainerin, Theaterpädagogin und Schauspielerin unter Beweis. Drei Damen aus dem Publikum (die Herren der Schöpfung hielten sich vornehm zurück) leitete sie beispielsweise an, durch aggressive Musik die Verhaltensweise von aggressiven Typen zu empfinden. Sie ermunterte die Damen, die Gefühle und Veränderungen entsprechend der schnellen, langsamen, beherzten oder verträumten Musik und des Rhythmus in die verschiedenen Kategorien wie etwa den aggressiven, langsamen, müden oder lästernden Typus einzuordnen. Durch diese Tanzmeditation werde das Rollenrepertoire erweitert, betonte Emine Akman.

Bei einem kleinen Ausschnitt aus dem Märchen Schneewittchen spielte der zehnjährige Till Trefzer, Sohn der langjährigen Tam-Schauspielerin Sandra Trefzer, einen Zwerg und den Prinzen. Eine phantasievolle Szene führten anschließend der Wolf (Emine Akmann) und das Rotkäppchen (Sandra Trefzer), basierend auf dem gleichnamigen Märchen, auf.

Sehr gut besucht war die kurze Vorführung aus der aktuellen Mundartkomödie "Häxxeschüss", die noch sechs Mal bis zum 14. Mai aufgeführt wird. Die Rollen sind Sandra Trefzer und Klaus-Peter Klein quasi auf den Leib geschnitten.

Der neue Pächter möchte das Tam nach dem Erfolgskonzept von Erwin Sütterlin für die ganze Familie mit Komödien, Märchen, eigenen Produktionen, Comedysolisten, Kabarettisten, Musikern und Kleinkünstlern weiterführen. Jede Woche soll es attraktive Unterhaltung für jeden Geschmack geben. Auch die Workshops, Märchen- und Mitmachtheater von Emine Akman seien ein wichtiger Teil des Tam.

Am 24. Juni werden Klein und Akman in der Komödie "Ehekracher" zu sehen sein. Und im September tritt Klein zusammen mit Sandra Trefzer in dem Stück "Runter zum Fluss" auf, das auch im "Open-Air-Theater" in Binzen zu sehen sein wird.

Ganz wichtig ist dem neuen Betreiber, dass das tolle Team zusammenbleibt. Im Sommer werde ein neues Stück ausgesucht, im Herbst geprobt und ab April 2018 soll es aufgeführt werden.