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17. September 2010 18:28 Uhr

Erster Mosaikstein der Hochwasserrückhaltung fertig

Kander fließt in ihrem neuen Bett

Seit heute, Freitag, fließt die Kander in ihrem neuen Bett. Regierungspräsident Würtenberger öffnete bei einer kleinen Feier mit dem Bagger einen Sperrdamm, um das Wasser in das neue Bett umzuleiten. Etwa 200 interessierte Bürger schauten beim Durchstich zu.

  1. Mit einem Bagger leitete Regierungspräsident Würtenberger die Kander in ihr neues Bett um. Foto: Regina Ounas-Kräusel

Die Verlegung der Kander sei ein "Fortschritt für die Natur" und diene als Ausgleich für die Eingriffe am Ufer im Zuge des Integrierten Rheinprogramms (IRP), sagte Julian Würtenberger bei seiner Festansprache. Durch die Begradigung von Tulla habe sich das Bett des Rheins immer weiter eingegraben und an der Kander sei ein für Fische unüberwindlicher Absturz entstanden. Der neue Lauf der Kander fließt mit nur leichtem Gefälle auf 400 Metern Richtung Rhein und ist dadurch für Fische wieder passierbar. Dadurch liegt die neue Mündung auf Gemarkung Efringen-Kirchen und nicht mehr bei Weil am Rhein-Märkt. Kiesflächen und Wurzelstöcke im Wasser, an denen sich Ruhezonen bilden können, sorgen für ökologische Vielfalt. Die "neue" Kander darf ihr Bett selbst suchen. Der alte Lauf bleibt allerdings erhalten, um das neue Bett bei Hochwasser zu entlasten. Wenn das Rheinufer im Zuge des IRP fertig ausgebaggert sein wird, wird auch der alte Uferweg verschwindenden, statt dessen wird es den neuen Weg auf dem Hochwasserdamm geben.

Klaus Eberhardt, Bürgermeister von Weil am Rhein, erinnerte daran, wie wichtig das Rheinufer und besonders die Kandermündung für die Bürger Weils und der Nachbargemeinden ist, um sich dort zu erholen: "Am Wochenende entsteht hier ein Stadtpark." Umso wichtiger sei die Arbeit der IG Rheinufer gewesen, die sich dafür eingesetzt habe, einen Ausgleich zwischen dem Hochwasserschutz, der Ökologie und dem Bedürfnis nach Erholung zu schaffen: "Dies ist das gelebte Beispiel dafür, dass bürgerschaftliches Engagement sich lohnt." Besonders dankten alle Redner den führenden Köpfen der IG Rheinufer Hans-Dieter Geugelin und dem verstorbenen Heinz Merstetter.

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Alle Redner, darunter auch Landrat Walter Schneider, waren sich einig, dass die Zusammenarbeit zwischen Fachbehörden, Gemeinden und Bürgern wichtig war, um einvernehmliche Lösungen für den Rückhalteraum zu finden. Efringen-Kirchens Bürgermeister Wolfgang Fürstenberger erinnerte daran, dass der neue Rückhalteraum vor allem auf der Gemarkung seiner Gemeinde entstehe, und rief die Bürger auf, dies auch weiterhin kritisch zu begleiten.

Die neue Mündung der Kander wird nicht mehr auf Gemarkung Weil am Rhein-Märkt, sondern auf Gemarkung Efringen-Kirchen liegen.

Unter den Festgästen waren auch Gemeinderäte und die Ortsvorsteher der betroffenen Orte Franz Kiefer (Istein), Rolf Rung (Märkt) und Petra Senn (Huttingen sowie Jean Blum aus dem Elsass.

Autor: ouk