"Kasparows Spielstil ist interessanter"

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Fr, 21. April 2017

Schach

VOR DEM SPIEL:Noël Studer, Schachprofi, SC Dreiländereck.

SCHACH Oberliga: SC Dreiländereck – SGEM Waldshut-Tiengen, Sonntag, 11 Uhr (uwo). Noël Studer ist Schachprofi und spielt für den Drittligisten SC Dreiländereck aus Weil. Der 20-Jährige ist ein großes Talent am Brett, am Osterwochenende hat er bei den Grenke Chess Open in Karlsruhe die höchste Qualifikation für einen Schachspieler vollendet: Großmeister. Er ist der jüngste seines Landes und erst der vierte gebürtige Schweizer überhaupt. Gecoacht wird er vom Ex-Trainer eines Weltmeisters. Vor dem Spiel des SC Dreiländereck gegen Waldshut-Tiengen stand Studer für den BZ-Fragebogen Rede und Antwort – auch zu Nichtsportlichem.

» Als Kind wollte ich werden? Staatsanwalt oder Fußballprofi. Mein Vater ist Staatsanwalt, was er erzählte, hat mich fasziniert. Und die meisten kleinen Jungs wollen eben Fußballprofi werden.
Am Schach faszinieren mich... die unendlichen Möglichkeiten und das Zusammenspiel zwischen Geist und Physis.
» Meine Lieblingseröffnung? Katalanisch. Sie beginnt mit d2-d4, also den Bauern vor der Dame nach vorne ziehen.
Meine Lieblingslektüre: Die Thriller von Lee Child über den ehemaligen US-Militärpolizisten Jack Reacher.
» Auf meinem mp3-Player fehlt auf keinen Fall: Französischer Rap. Zum Beispiel Black M.
Lieblingstatort? Freddy, also Köln.
» Als Schweizer finde ich das unbegrenzt schnelle Fahren auf deutschen Autobahnen... waghalsig, aber interessant.
Außer mit meiner Freundin würde ich gerne mal Essen gehen mit... Krimi-Autor Lee Child. Ich würde gerne wissen, wie er auf solche Ideen kommt.
» Lieblingsinternetseite: Youtube und Chess24.com. Da kann man viele Schachpartien verfolgen.
Mein Lieblingsfach in der Schule war... Chemie.
» Karpow oder Kasparow? Kasparow. Menschlich sind mir beide unsympathisch. Vom Spielstil finde ich Garri Kasparow aber interessanter. Außerdem ist Josif Dorfman, sein ehemaliger Coach bei den WM-Partien gegen Anatoli Karpow, jetzt mein Trainer.
Mit welchem Training feilen Sie an Ihrem Spiel: Ich finde es ganz wichtig, Partien von Weltmeistern oder überhaupt starken Spielern zu studieren. Viele haben auch Bücher geschrieben. Dann weiß ich nicht nur, welche Züge sie genommen haben, sie erklären auch warum, und wie sie auf diesen Zug gekommen sind.
Zwei Runden vor Saisonschluss ist der SC Dreiländereck Tabellensechster der Oberliga. Mit dem Saisonverlauf... können wir als Aufsteiger zufrieden sein. Wir haben uns gut gehalten.