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04. Januar 2012
Kaum ein Monat ohne Spatenstich
Die Stadt bleibt attraktiv: Kein Center, dafür aber zahlreiche andere, auch größere Bauprojekte wurden 2011 auf den Weg gebracht.
WEIL AM RHEIN. Der Bürgerentscheid, der den Bau eines riesigen Einkaufszentrums an der Hangkante verhinderte, war in aller Munde. Ansonsten aber war 2011 ein Jahr, in dem in der Stadt ungewöhnlich viele Bauprojekte abgeschlossen oder in die Wege geleitet wurden. Kaum ein Monat, in dem es keinen Spatenstich vorzunehmen oder kein Richtfest zu feiern gab.
Sowohl für junge Familien, die sich im Dreiländereck, das nach wie vor eine Wachstumsregion ist, niederlassen wollen, als auch für Senioren, die vom Land wieder in die Stadt zurückkehren, wird in den nächsten Monaten und Jahren weiterer attraktiver Wohnraum geschaffen.Etwa auf dem 4500 Quadratmeter großen Areal des früheren Betriebshofes zwischen Hinterdorfstraße und Mittlerer Straße in Altweil, wo der Bauträger Heuer und Heuer grünes Licht für die Errichtung von 27 Wohneinheiten in fünf dorftypischen Baukörpern erhielt. Auch der Bau von sieben Mehrfamilien- sowie 18 Reihenhäusern mit insgesamt 86 Wohnungen auf dem Areal der früheren Schraubenfabrik Fahr in Friedlingen wurde genehmigt. Spatenstich ist dort im Frühjahr.
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Bereits im Entstehen ist die Solarstadt, eine innovative Ökosiedlung auf dem Messeplatz, deren 19 Wohneinheiten schon verkauft sind. Die Siedlungswerkstatt Konstanz, die das Projekt entwickelte, hat bereits eine Option, ein zweites Baufeld auf dem Messeplatz zu bebauen.
Die städtische Wohnbaugesellschaft trägt ebenfalls zur Schaffung attraktiven neuen Wohnraumes bei: An der Feldgartenstraße feierte sie im Oktober Richtfest für einen Gebäudekomplex, der ganz bewusst acht Wohnungen größeren Zuschnitts bietet, während sie am Spielweg, wo früher ein städtischer Kindergarten stand, zwei Einfamilien- sowie fünf Doppelhäuser in die Höhe zieht.
Auch das Areal der früheren Hauptpost wird überbaut: Für das neue kleine Quartier mit 29 Wohnungen und drei Geschäften erfolgte im Dezember die Grundsteinlegung. Speziell an Senioren richten sich Neubauprojekte an der Römerstraße (die 18 betreuten Wohnungen sind bereits fertiggestellt) und im Haltinger Ortskern, wo auf dem Grundstücke eines ehemaligen Lebensmittelmarktes ein Komplex mit zwölf Einheiten realisiert wird. Auf dem Messeplatz beginnt das Josefshaus Herten im Frühjahr mit dem Bau eines Wohnheimes für 24 Menschen mit Behinderung.
Bemerkenswert: Vermarktungsprobleme scheint es kaum zu geben. Es zahlt sich aus, dass die Stadt auf Qualität setzt und, wo immer dies möglich ist, Gestaltungswettbewerbe ausschreibt. Eine ökologische Energieversorgung über Solartechnik oder Geothermie ist bei Neubauten Standard. Auch neuen Realisierungskonzepten gegenüber ist man im Rathaus aufgeschlossen – wie im Fall der Solarstadt, wo die künftigen Bewohner selbst als Bauherrengemeinschaft auftreten. Investoren brauchen da zuweilen schon einen langen Atem: So dauerte es beispielsweise von den ersten Gesprächen bis zur Grundsteinlegung für die Wohnanlage auf dem Postareal vier Jahre.
Eine rege Bautätigkeit entfalteten und entfalten auch große Unternehmen in der Stadt: Rhenus hat im Sommer ein neues Logistikzentrum mit 21 000 Quadratmetern Lagerfläche im Rheinvorland in Betrieb genommen, und Raymond treibt die Expansion ins Haltinger Beregnungsgebiet hinein voran. Derweil kündigte die Glatt-Gruppe an, im Haltinger Teil des interkommunalen Gewerbegebietes am Dreispitz vom Frühjahr an einen zweistelligen Millionenbetrag in ein neues Technologiezentrum zu investieren.
Auch die Stadt hielt und hält sich baulich nicht zurück: Oberrhein-Gymnasium, Berliner Platz, Laguna- und Freibadmodernisierung lauten die Stichworte – von der Tramverlängerung, der Zollfreien und dem Bahnausbau ganz zu schweigen.
Autor: Herbert Frey


