Keine Messungen in Weil am Rhein

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Fr, 27. September 2013

Weil am Rhein

Gefährlicher Lindanstaub: Umweltabteilung im Landratsamt hatte bislang keine Veranlassung für Kontrollen auf deutscher Seite.

WEIL AM RHEIN. Gut 40 Jahre nachdem giftige Abfallprodukte aus der Herstellung des Insektenvertilgungsmittels Lindan von einem Firmengelände in Hüningen nach Weil am Rhein geweht und später in Kuh- und Muttermilch nachgewiesen wurden, machen sich etliche Bürger erneut Sorgen: Denn bei der Sanierung des früheren Firmengeländes sind nun erneut giftige Stäube in die Luft gelangt. Ob sie auch nach Weil am Rhein gelangten, ist nicht bekannt.

Die Basler Behörden haben jedenfalls auf Messungen des Schweizer Altlastenexperten Martin Forter reagiert und die von Novartis betriebene Sanierung vorerst gestoppt. Bei den Messungen Forters hatte sich gezeigt, dass der giftige Staub sogar an der Mittleren Rheinbrücke in Basel nachweisbar war. Während das Basler Lufthygieneamt eine Gefährdung verneint, ist Forter aber skeptischer und warnt vor einer Verharmlosung.

Die deutschen Behörden folgen bislang aber den Einschätzungen der Basler Kollegen. Dr. Georg Lutz, Leiter des Fachbereichs Umwelt, erklärt, dass man bislang keine Veranlassung gesehen habe, Messungen auf deutscher Seite, speziell in Weil am Rhein, vorzunehmen. Die Konzentrationen seien sehr klein und nähmen mit der Entfernung von der Sanierungsstelle rasch ab. Da aus Basel mitgeteilt wurde, dass die Belastung nicht gesundheitsschädlich sei, habe man bislang keinen Anlass gesehen, mit eigenen Messungen tätig zu werden.

Nun, da die Sanierung gestoppt sei, mache es keinen Sinn mehr, zu messen. Die Fachbereiche Umwelt und Gesundheit im Landratsamt stehen laut Georg Lutz jedoch in engem Kontakt mit dem Basler Lufthygieneamt (LHA) und dem Basler Amt für Umwelt und Energie (BUA). Sobald die Sanierung fortgesetzt wird, werde man sich Gedanken darüber machen, wo Messpunkte sinnvoller Weise einzurichten wären. Gegebenenfalls könne das dann auch auf der deutschen Seite sein.