Launiger Rückblick des OB für die Altstadträte

Norbert Sedlak

Von Norbert Sedlak

Fr, 08. Dezember 2017

Weil am Rhein

Ehemalige Stadt-, Kreis- und Ortschaftsräte treffen sich im Rathaus zum Weihnachtsessen, um aus erster Hand zu erfahren, wie sich die Stadt entwickelt.

WEIL AM RHEIN. Das traditionelle Altstadträtetreffen im Gemeinschaftsraum des Rathauses besuchten am Mittwoch rund 40 ehemalige Stadträte, Kreis- und Ortschaftsräte. OB Wolfgang Dietz, die beiden Bürgermeister Christoph Huber und Rudolf Koger, Hauptamtsleiterin Annette Huber und die Fraktionssprecher Klaus Weibezahl sowie Thomas Harms gaben im Gespräch Auskunft über aktuelle Entwicklungen.

Auch Karin Willmann, Gattin des verstorbenen Alt-Oberbürgermeisters Peter Willmann, und Marlis Buchheimer, Frau des im vergangenen Jahr verstorbenen, langjährigen Präsidenten der Altstadträte Dieter Buchheimer, nahmen die Einladung gerne an.

In ihrer Begrüßungsrede erinnerte Präsidentin Christel Stauß an die Aktivitäten des Jahres, darunter die Besichtigung der erst seit fünf Jahren zugänglichen Gotthardfestung, die einen bleibenden Eindruck hinterließ. Für 2018 sei ein Besuch des Textilmuseums und der neuen Ausstellung "Haholtingas Erben" im Museum am Lindenplatz vorgesehen.

Auf der Tagesordnung stand nur ein Programmpunkt: "Weihnachtsessen (von den Räten selbst bezahlt)". Zu Nüsslisalat, Kalbsragout mit Spätzle und roter Grütze mit Vanillesauce, serviert vom Haltinger Rebstockwirt Peter Biechele, gab es kommunalpolitische Jahresrückblicke, garniert mit einem Ausblick auf die kommenden Jahre.

Die Haushaltsrede könne er der Gemeinderatssitzung nicht vorwegnehmen, aber, dass bei Einnahmen und Ausgaben die 100 Millionen-Grenze geknackt sei, könne er schon mal preisgeben, genau seien es 106,3 Millionen Euro – für eine Stadt wie Weil sei dies eine beachtliche Größe, sagte OB Dietz.

Weiter teilte er mit, dass die Stadt der Schweiz die Geschäftsanteile der Rheinhafengesellschaft abgekauft habe und die drei Schweizer Mitglieder diese Woche verabschiedet wurden. Dr. Peter Willmann habe damals mit einer weitsichtigen Entscheidung die Schweiz mit ins Boot genommen.

Ein anderes Thema, das der OB aufgriff, war die Wohnraumschaffung für 800 bis 1000 Menschen an der Hohen Straße. Das Kaufinteresse sei enorm, aber die Stadt besitze dort nur zwölf Grundstücke, so dass es ein schwieriges Prozedere sei, die Grundstücke zu vergeben. Junge Familien sollten bevorzugt werden. Auch das Flüchtlingsthema sprach Dietz an. Die Stadt müsse nach einem gewissen Schlüssel Menschen aufnehmen und Wohnraum bieten, der aber nicht so schnell beschafft werden könne.

Die neue Währungseinheit in der Stadt heiße Kunstrasenplatz, führte er weiter aus. Sämtliche Finanzmittel würden in diesen umgerechnet. 2018 werde nun im Nonnenholz ein Winternaturrasenplatz gebaut, teilte er launig mit. Die Bürger hätten auch zur Dreiländergalerie viele Fragen, aber bei so einem komplexen Projekt der Zentrumsbildung könnten diese zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht alle beantwortet werden. Er hoffe, bei der nächsten Weihnachtsfeier mehr darüber berichten zu können.

Ein unangenehmes Thema war die Insolvenz der Firma Lofo – die Stadt habe das Beste daraus gemacht und das Areal gekauft, um dort Klein- und Mittelgewerbe anzusiedeln.

Das Thema Bahn durfte nicht fehlen: Drei Baustellen gebe es – bei der Nordwestumfahrung, der Steg in Haltingen sowie der Dreizack am Bahnhof Weil, wobei dieser im Zeitplan liege und somit von allen Bahnbaustellen die positivste sei. Nachdem Norbert Adam ein selbstverfasstes, besinnliches und zugleich heiteres Gedicht über Vergangenheit und Gegenwart des Gemeinderats vorgetragen hatte, saß man noch eine Weile beisammen. Dank ging an die Helfer im Hintergrund: Hausmeister Rainer Bauer, Anja Biechele-Wichert und Daniela Kaiser.