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19. August 2009
Lobgesänge auch nach der Niederlage
Sie sind wahre Fans: Die Mitglieder von "Badenpower" stehen in Treue fest zu ihrem SCF / Stimmgewaltig im Bus und auf den Rängen.
WEIL AM RHEIN/STUTTGART. Wer in einem Fanclub des SC Freiburg Mitglied ist, zeichnet sich durch eine besonders starke Verbundenheit zum Verein und zum Fußball aus. Wie diese ausgelebt wird, mag für manchen Außenstehenden befremdlich wirken, ist jedoch elementarer Bestandteil deutscher Fankultur. Das belegte die Fahrt des Weiler Fanclubs "Badenpower" am vergangenen Samstag zum Derby nach Stuttgart.
Eines ist sicher: Eine vierstündige Busfahrt mit 50 eingefleischten Fans des Sportclubs ist nichts für sanfte Gemüter. Der Alkohol fließt bei einigen eher in Massen denn in Maßen, und die Lautstärke der immer wieder angestimmten Gesänge würde bei manch einem sicherlich den Rahmen des Erträglichen sprengen.Für den Fanclub "Badenpower" ist es jedoch die übliche Weise, sich auf das anstehende Spiel einzustimmen. Bereits früh am Tag machen sich die Fans mit Trikots bekleidet und Schals ausgerüstet auf den Weg und bringen sich im Laufe der Fahrt gegenseitig in Stimmung. Immer wieder stimmt jemand typische Fangesänge an wie das Badnerlied, zu dem im Bus alle ihre Schals in die Höhe heben und mitsingen. Noch eindrücklicher macht den Chor aus 50 singenden Kehlen das Klopfen und Hüpfen, was den ganzen Bus zum Wackeln bringt.
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Für die Fans geht es darum, überall für ihren Verein einzustehen und im Zuge dessen auf sich aufmerksam zu machen. Dies bestätigt auch Rainer Lang, der Vorsitzende des Fanclubs "Badenpower": "Ein bisschen Show gehört auch dazu."
Bestes Beispiel hierfür ist der Halt an einer Raststätte kurz vor Stuttgart, als die Fans aus dem Bus stürmen, umher springen und singen. Mit Freude und Genugtuung nehmen sie die verdutzten Gesichter der Umstehenden wahr. Solche Aktionen und die Fangesänge im Stadion zeigen, dass es neben dem Wettstreit der Mannschaften auf dem Rasen auch einen ihrer Fans auf den Rängen gibt. Es geht darum, wer am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht und seine Mannschaft so am besten anfeuert. Dabei schreckt man auch vor Schmährufen für den Gegner mit teilweise derber Wortwahl nicht zurück, allerdings gibt es Grenzen. Plakate wie "Tod und Hass dem SCF", die im Stuttgarter Block ausgebreitet wurden, verurteilt "Badenpower" streng. Man akzeptiert keine Gewalt oder Provokation, ebenso ist übermäßiger Alkoholkonsum nicht erwünscht. Letzterer gehört zwar zum "Aufwärmen" dazu, jedoch wirkt niemand so, als ob er die Sache nicht im Griff hätte.
Gegründet wurde der Fanclub in Weil im Jahr 2000. Heute sind es etwa 40 Mitglieder in allen Altersklassen und aus dem gesamten Raum südlich von Freiburg, die bei jedem Heimspiel und einigen ausgewählten Auswärtsspielen den Sportclub unterstützen. Hiervon sind insgesamt neun Frauen. Zudem kicken die Fans manchmal selbst: Jedes Jahr nehmen sie am Fan-Cup teil, bei dem sich Freiburger Fanclubs miteinander messen.
Was die Fans jedoch vor allem verbindet, ist ihre außerordentliche Liebe zum SC. Selbst nach einer Niederlage wie dem 4:2 in Stuttgart spürt man noch die Begeisterung, wenn auf der Autobahn der Mannschaftsbus des SC Freiburg überholt wird: Die Fans heben ihre Schals in die Höhe und versuchen, die Spieler durch Lobgesänge wieder aufzubauen.
Autor: Dominik Teuber
