Mal lyrisch zum Träumen, mal kraftvoll mitreißend

Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Mo, 22. Oktober 2018

Weil am Rhein

Das Ensemble "Querbleichein" gibt in der Altweiler Kirche ein stimmungsvolles Konzert, dessen Erlös an das Hospiz am Buck geht.

WEIL AM RHEIN (ouk). Die Bläserformation "Querblechein" gab am Samstag ein mitreißendes Konzert in der Altweiler Kirche. Die zehn ambitionierten Amateurmusiker präsentierten sich mit Kompositionen von Händel bis zu Led Zeppelin. Der Erlös des Konzertes geht an das Hospiz am Buck, das seine Räume erweitern will.

Wuchtige Trommelwirbel, strahlende Fanfarenklänge von den Trompeten und ein satter Orchestersound erfüllten die Kirche. "Querblechein" eröffneten ihr Konzert mit dem amerikanischen Stück "Fanfare for the common man". Das Cincinnati Orchestra habe es, während die USA im Zweiten Weltkrieg kämpften, bei jedem Konzert gespielt, sagte Dirigent Jörg Thun, der auch die Bassposaune spielte und kenntnisreich und gut gelaunt durch das Programm führte. "Querblechein" spielte Werke der Filmmusik, Klassiker aus Rock und Pop. Energiegeladen, mit Spielfreude, mit hoher Präzision und phantasievollen Arrangements gefielen die Musiker aus dem Dreiländereck dem Publikum in der vollbesetzten Kirche. Beim Hit der Beatles "Ticket to ride" hörte man die Lokomotive im Bahnhof schnaufen und Fahrt aufnehmen. Erst langsam, dann in immer schnellerem Stakkato gab die wuchtige Tuba das Tempo vor. Lyrisch, zum Träumen schön interpretierte das Ensemble "Stairways to heaven" von Led Zeppelin. Der farbige üppige "African Waltz" war zu hören mit einem kraftvollen Schlagzeugsolo und dunklen Trommelwirbeln im Mittelteil.

Nur zwei Stücke fielen etwas aus dem Rahmen. Die zehn Musiker spielten zum einen die Südtiroler Suite des Komponisten Rolf William. Neben schmissiger Marschmusik erklang dabei auch ein ruhiger getragener Satz, der die Zuhörer in die Einsamkeit einer Alm versetzte. Farbig und glanzvoll klang außerdem das Stück "Einzug der Königin von Saba" von Georg Friedrich Händel. Mit strengen klaren Fanfaren kündigten die Trompeten die Herrscherin an.

Immer wieder spendeten die Zuhörer begeistert Applaus. Querblechein antwortete auf diese Begeisterung mit spürbarer Spielfreude. Als sich die Musiker mit dem druckvollen, übermütigen "Brass Machine" verabschiedeten, wollten die Zuhörer gar nicht mehr aufhören zu applaudieren, wofür sich die Musiker mit zwei Zugaben bedankten.

Fritz Gruber vom Förderkreis Hospiz dankte den Musikern für das wundervolle Konzert. Der Erlös soll in die Erweiterung des Hospizes fließen, in dem todkranke Menschen auf ihrem letzten Weg fachkundig und liebevoll begleitet werden. Das Hospiz ist in einem Haus in Lörrach-Stetten in unmittelbarer Nachbarschaft zum Seniorenzentrum Sankt Friedolin untergebracht. Bislang hat das Hospiz Zimmer für sechs Gäste. Im Haus waren bislang Appartements für betreutes Wohnen untergebracht. Diese Räume wolle nun das Hospiz übernehmen und umbauen, sagte Fritz Gruber der Badischen Zeitung. Der Umbau werde schätzungsweise rund eine Million Euro kosten.