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15. Dezember 2011

Markt als landwirtschaftlicher Betrieb

Fünf Mutterschafe mit ihren Lämmern sorgen für eine rechte Überraschung bei der Werbegemeinschaft der Einkauf-Insel.

  1. Alles andere als lammfromm: Das Genehmigungsverfahren für die Schafe auf dem Engeli-Märt Foto: SENF

WEIL AM RHEIN. Das Schafgatter inmitten des Engeli-Märts gehört für viele Besucher zu den beliebten Anlaufstellen. Ob alt oder jung, der Anblick der Lämmer mit ihren Mutterschafen, zieht alle in den Bann und so war das Gehege auch am vergangenen Wochenende dicht umlagert. Umso größer war die Überraschung bei der Werbegemeinschaft der Einkaufsinseln, als sie im Vorfeld um diese Attraktion fürchten musste.

Was in den vergangenen Jahren jeweils ohne Probleme über die Bühne ging, der Antrag, auf dem Markt die Tiere ausstellen zu dürfen, das gestaltete sich mit einem Mal als recht kompliziert: Erst nach mehreren Anläufen beim Fachbereich Veterinärswesen im Landratsamt stand kurz vor der Eröffnung fest, dass die Tiere tatsächlich auf dem Markt bleiben dürfen – nachdem die Werbegemeinschaft sich mit einer eigenen landwirtschaftlichen Betriebsnummer hatte registrieren lassen. Sechs Seiten an Formularen sowie mehrere Telefonate und Gespräche mit den Verantwortlichen in Lörrach waren notwendig, um den Weg der Schafe auf den Markt zu ebenen.

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Was die Organisatoren in Weil mit einigem Befremden zur Kenntnis nahmen, hat aber durchaus einen ernsthaften Hintergrund, wie Uta Hertkorn, die Leiterin des Fachbereichs erläutert. Seit in den vergangenen Jahren immer wieder Tierkrankheiten wie die Schweinepest, Vogelgrippe oder auch zuletzt 2010 in Holland das Kuhfieber ausbrach und auch Menschen gefährlich werden kann, sehe man sich in der Verantwortung, wo immer Tiere außerhalb ihrer eigene Ställe mit Menschen in Berührung kommen könnten, Sicherheiten einzubauen, dass keine Krankheiten übertragen werden.

Zum Einen bedeute das, dass man für die Tiere jeweils dokumentiere, wohin sie transportiert werden und ob sie dabei mit Tieren aus anderen Beständen in Kontakt kamen. Die Betriebsnummer, die die Werbegemeinschaft der Einkauf-Insel nun für den Engeli-Märt zugeteilt bekommen hat, helfe dabei. "Das ist keine Schikane. Wenn wir sehen, dass Veranstaltungen regelmäßig stattfinden, dann verlangen wir nun solche Nummern, die uns dann später die Dokumentation erleichtern", verteidigt sie den Aufwand, der 147 Euro Gebühren fällig werden lässt.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen gehöre auch, dass sie die Tierhalter bittet, Tiere, die mit Menschen in Berührung kommen, regelmäßig auf Krankheiten hin zu untersuchen. Das sei zwar vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben, räumt sie ein, helfe aber, Gefahren zu bannen. Dass das Kuhfieber, auf das hin die Schafe untersucht werden sollten, im Markgräflerland noch nie aufgetaucht ist, dürfe ihres Erachtens nicht beruhigen. Die Krankheit werde von Zecken übertragen und da das Markgräflerland ein Zeckengebiet ist, hält sie die Vorsicht für geboten – auch wenn die Untersuchungen den Schäfer oder den Veranstalter Geld kosten.

"Wir wollen niemand Steine in den Weg legen", weist sie die Vorwürfe zurück, der Verbraucherschutz erfinde immer neue Regelungen und Papiertiger. Schließlich habe man den Schafstall ja auch genehmigt.

Dabei macht sie den Organisatoren sowie Schäfer Raufer und dessen Frau, die die Tiere betreute, das Kompliment, dass die Schafe vorbildlich untergebracht und versorgt wurden – und ist sich sicher, dass die Schafe auch im kommenden Jahr wieder den Engeli-Märt bereichern werden, dann hoffentlich ohne den eher unerfreulichen Reibungsverlust bei der Antragsstellung.

Autor: Ulrich Senf