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15. November 2017

Mit Raffinesse zum Erfolg

Silvan Zachau von der Schreinerei Lienin fertigte ein Gesellenstück, das für viel Aufsehen sorgt.

  1. Silvan Zachau (rechts) mit seinem geheimnisvollen Gesellenstück und seinem Kollegen Sebastian Klumpp, der für seine Leistungen bei der Gesellenprüfung ausgezeichnet wurde. Foto: Frey

WEIL AM RHEIN. Statt auffälliger Extravaganz eine zurückhaltende Eleganz und Raffinesse – so präsentiert sich das Gesellenstück von Silvan Zachau (21) von der Altweiler Schreinerei Lienin, das derzeit Furore macht. Innerhalb weniger Wochen heimste das pfiffige Hängemöbel bereits zwei Preise ein.

Bei der Präsentation der Gesellenstücke der Schreinerinnung Lörrach in der Volksbank Dreiländereck sprach das Publikum dem etwas anderen Flurmöbel den ersten Preis zu. Danach präsentierte Zachau sein kubistisches Unikat aus Rüsterholz und Räuchereiche bei der Tagung des Verbandes Badischer Schreiner in Freiburg, wo im Rahmen des Wettbewerbes "Die gute Form" die besten Gesellenstücke ganz Badens vorgestellt wurden. Und wieder landete der frischgebackene Schreinergeselle aus Weil am Rhein auf Rang eins. Damit qualifizierte er sich für den bundesweiten Wettbewerb, der im März in München über die Bühne geht.

"Schon im ersten Lehrjahr habe ich mir Gedanken über mein Gesellenstück gemacht", erklärt der junge Handwerker, der von seinem Lehrbetrieb übernommen wurde. "Ich wollte ein Möbel, das sich nicht auf den ersten Blick erschließt, das etwas Rätselhaftes und Geheimnisvolles hat", so sein Ansatz. Er hat dann viel skizziert und experimentiert und vieles wieder verworfen. Schließlich entwickelte er, unterstützt von Werkstattmeister Klaus Müller und Juniorchef Fabien Lienin, die Form von zwei sich an den Ecken durchringenden Quadern. Der untere ist ein Würfel mit drei versteckten Schubladen ohne Griffe. Auch die Tür des oberen Kästchens öffnet sich nur durch sanften Druck wie von Geisterhand und gibt dann den Blick frei auf eine abschließbare Schublade im Innern und Schlüsselhalterungen.

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"Viele Gespräche nach Feierabend haben zum Erfolg beigetragen, aber auch ein Designkurs", schildert Zachau. Klaus Müller gab dabei eher Tipps in technischen Fragen, mit Fabien Lienin diskutierte er vorwiegend über das Design.

Silvan Zachau machte in Kandern seinen Realschulabschluss und begann dann seine Lehre bei der Altweiler Schreinerei, die, wie Lienin bestätigt, "mächtig Stolz" auf ihren erfolgreichen Gesellen ist, der seit sechs Jahren in Weil lebt. Der Werkstoff Holz fasziniere ihn, das Zusammenspiel von Handarbeit und Maschineneinsatz sei genau sein Ding, schwärmt Zachau, der in seiner Freizeit gern Motorrad fährt. Und auch den Judosport zählt er nach wie vor zu seinen Hobbys, auch wenn da das Training momentan ruht.

"Auch unser zweiter frischgebackener Geselle Sebastian Klumpp hat viel Herzblut in sein Gesellenstück gesteckt", sagt Fabien Lienin. Sein Bett mit integriertem Möbel wurde mit einer Ehrenurkunde bedacht, außerdem erhielt Sebastian Klumpp ein Lob für die fünftbeste Gesellenprüfung. Klar, dass die Altweiler Schreinerei, deren Schwerpunkt im Möbelbau liegt, auch ihn übernommen hat.

Autor: Herbert Frey