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17. Dezember 2015

Nach Merkels Rede Selfie mit Klitschko

Weilerin Julia Lindner als Delegierte beim CDU-Bundesparteitag in Karlsruhe / Beeindruckt von Argumentation der Bundeskanzlerin.

  1. Julia Lindner und Vitali Klitschko Foto: privat

WEIL AM RHEIN. Im politischen Geschäft ist die junge Weiler Stadträtin Julia Lindner noch nicht lange, dennoch wurde sie vom CDU-Kreisverband neben Armin Schuster als Delegierte auf den Bundesparteitag der Christdemokraten in Karlsruhe entsandt – und mit einer Fülle von Eindrücken kehrte sie nach Weil am Rhein zurück.

"Ich hatte mich seinerzeit beworben, weil sonst nur Männer Delegierte werden wollten. Und dann war ich ganz überrascht, als ich gewählt wurde", erinnert sich Julia Lindner. In Karlsruhe erlebte sie jetzt, dass die Politik in der CDU zwar weitgehend eine Männerdomäne ist, aber die entscheidenden Akzente setzte mit Bundeskanzlerin Angela Merkel doch eine Frau.

"Das war eine wahnsinnige Spannung im Saal. Alle warteten, wie sie sich präsentieren würde und wie sie mit ihren Kritikern umgehen würde", beschreibt die Stadträtin die Stimmung vor der Rede der CDU-Chefin. Und von dieser Rede war Lindner absolut beeindruckt: "Die Bundeskanzlerin hat sehr überzeugend dargelegt, warum sie so gehandelt hat und dass dies den Grundwerten der Partei und der Bundesrepublik Deutschland entspricht." Schon während der Rede hatte sie das Gefühl, dass viele Kritiker innerlich verstummten, und der neunminütige Beifall für Angela Merkel schien das zu bestätigen. "Alle waren wie aus einer Schockstarre erlöst", empfand Julia Lindner. In der anschließenden Aussprache sei übrigens durchaus kontrovers diskutiert worden, versichert sie und wehrt sich gegen die Darstellung in vielen Medien, dass in Karlsruhe "nur CDU-Einheitsbrei" gekocht worden sei.

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Zu diesem Zeitpunkt hatte sich Lindner bereits an die Atmosphäre dieser Großveranstaltung mit Delegierten aus ganz Deutschland gewöhnt. "Das ging zu wie in einem Ameisenhaufen", beschreibt sie ihre ersten Eindrücke, "aber nachdem ich die ersten bekannten Gesichter gesehen hatte, fing das an richtig Spaß zu machen."

Ihr gelang es dann, sich zu Bekannten aus dem CDU-Bezirksverband in die zweite Reihe "direkt hinter den Promis" zu schmuggeln. "Da saßen schon richtig wichtige Herrschaften vor mir", erzählt die junge Stadträtin. Unter anderem fiel ihr ein sehr großer Herr auf, und als der sich umdrehte, erkannte sie ihn sofort: Vitali Klitschko, der frühere Box-Weltmeister und heutige Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Kiew war als Gast zum CDU-Bundesparteitag gekommen. Und bevor er sich wieder davon machen konnte, gewährte er Julia Lindner ein "Selfie". Dabei blieb er sogar sitzen. "Sonst hätten wir nicht gleichzeitig auf das Bild gepasst", scherzt die Delegierte aus Weil am Rhein.

Autor: Jochen Fillisch