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10. Februar 2012

Ortschaftsräte nicht mehr kompromissbereit

Einstimmig gegen Betrieb der Holcim-Kiesgrube über 2014 hinaus.

WEIL AM RHEIN-MÄRKT (ouk). Der Ortschaftsrat Märkt lehnte eine Verlängerung des Betriebs in der Kiesgrube Holcim über 2014 hinaus in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig ab. Damit folgte der Ortschaftsrat dem Beschlussvorschlag, den die Stadtverwaltung formuliert hatte. Obwohl die Firma Holcim angeboten hatte, ihren Lastwagenverkehr in Zukunft nicht mehr über Märkt zu führen, wollten die Ortschaftsräte über einen verlängerten Betrieb nicht mit sich reden lassen. Als gewählte Volksvertretung müsse sich der Ortschaftsrat vor die Bevölkerung stellen, begründete dies Ortsvorsteher Rolf Rung.

Der Ortschaftsrat beantragte sogar einstimmig, dass die Stadt die Haltinger Straße, sobald sie saniert ist, für den Lastwagenverkehr sperren solle. Die Straße führt auch zur Kiesgrube.

Im November 2009 genehmigte der Gemeinderat der Firma Holcim zum ersten Mal eine Betriebsverlängerung: Er gab die Erlaubnis, dass das Unternehmen bis zum Jahr 2011 eine Million Tonnen Kies aus dem Integrierten Rheinprogramm (IRP) einlagert, diesen bis 2014 verarbeitet und die Kiesgrube rekultiviert. In seinem Konzept "Haltingen 2020" möchte das Unternehmen nun von der Stadt die Erlaubnis, bis 2013 eine weitere Million Tonnen Kies aus dem IRP einzulagern und diesen bis Ende 2017 zu verarbeiten. Die Firma Holcim will ihren Betrieb bis spätestens 2018 nach Hartheim verlagern und die Zeit bis dahin überbrücken. Ihr Betonwerk will sie auch danach bei Haltingen weiter betreiben. Der Ortschaftsrat lehnte eine Verlängerung des Betriebs in der Kiesgrube ab, weil Märkt vom Lastwagenverkehr von und zur Kiesgrube stark belastet ist. Ortsvorsteher Rolf Rung äußerte Verständnis für die Lage der Firma Holcim, betonte aber, der Ortschaftsrat müsse sich vor die Bevölkerung stellen. In einer Infobroschüre, die kürzlich an alle Ortschafts- und Gemeinderäte ging, habe Holcim sich verpflichtet, die eigenen Lastwagen und die Fahrzeuge beauftragter Unternehmen nicht mehr durch Märkt rollen zu lassen, informierte Rung. Auch den Subunternehmer, der die meisten Kiestransporte für Holcim erledigt, wolle das Unternehmen künftig über den Colmarer Kreisel und die Autobahn zum Betonwerk Brombach schicken. Dies habe ihm Andreas Junginger von der Firma Holcim versprochen, sagte Rung.

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Er habe Junginger angeschrieben und gebeten, dass die Firma Holcim ihre Fahrten ab sofort nicht mehr über Märkt leitet, sagte Stefan Hofmann: "Das wäre ein positives Zeichen." "Ich bin strikt dagegen, dass wir über eine Verlängerung diskutieren", sagte Hansjörg Gerspach. Selbst wenn die Lkw von Holcim nicht mehr durch Märkt führen, würden noch genügend andere durch das Dorf rollen, sagte er. Er kritisierte auch Bürgermeister Klaus Eberhardt: Dieser habe den Ortschaftsrat in der Sitzung im Januar nicht über die Verlängerungspläne von Holcim informiert, obwohl er schon davon gewusst habe.

Autor: ouk