Pfiffigkeit siegt über den Bankräuber

Yvonne Siemann

Von Yvonne Siemann

Fr, 12. Oktober 2018

Weil am Rhein

Die Theater AG am Oberrhein-Gymnasium inszeniert mit hintergründigem Witz die Geschichte von Emil und die Detektive.

WEIL AM RHEIN. Mit der Aufführung von "Emil und die Detektive" präsentierte die Theater-AG des Oberrheingymnasiums unter der Leitung von Frank Hartmann am Mittwoch einen lebendigen und turbulenten Klassiker. Doch abgesehen von den witzigen Szenen hatte das Stück auch eine ernstere Botschaft, die 1929 bei der Veröffentlichung des Romans ebenso wie heute gilt: Pfiffigkeit und vor allem Solidarität sind wichtig im Leben, um das Böse erfolgreich zu bekämpfen.

Der zwölfjährige Emil aus Neustadt darf allein zur Großmutter nach Berlin fahren. Die Mutter zwingt ihn, einen Anzug anzuziehen, gibt ihm viele Ermahnungen mit auf den Weg und weist ihn an, doch eine Postkarte zu schreiben, sobald er angekommen sei. Vor allem aber gibt sie ihm 140 Mark für die Großmutter und die Rückfahrkarte mit. Im Zug sitzt ihm ein merkwürdiger Herr Grundeis gegenüber. Kaum nickt Emil kurz vor dem Ziel ein, macht sich Herr Grundeis mit dem Geld aus dem Staub.

Aber 140 Mark sind im Deutschland der dreißiger Jahre viel Geld, vor allem für Familien wie die von Emil, in der der Vater gestorben ist und die Mutter als Friseuse arbeitet. Also rennt ihm Emil hinterher durch die unbekannte Großstadt, während die Großmutter und Cousine Pony Hütchen derweil vergeblich am Bahnhof auf ihn warten. Emil hingegen trifft auf den aufgeweckten Gustav mit der Hupe und dieser trommelt sieben Freunde zusammen, um unter dem Codewort "Parole Emil" den Dieb zu beschatten. Schließlich müssen die Kinder auch im Hinterhof übernachten und in einer besonders gewagten Aktion schaffen sie es sogar, sich ins Hotelzimmer des Diebes zu schleichen, was dieser jedoch mitbekommt. Daraufhin will Herr Grundeis sein Geld bei der Bank wechseln, um Spuren zu vertuschen. In einer tumultartigen Szene können die Kinder den sich heftig wehrenden Dieb im letzten Moment dann doch noch überführen. Und siehe da: Herr Grundeis benutzt nicht nur verschiedene Identitäten, er hat auch noch Geldscheine in seinem Hut versteckt und wird wegen Bankraubs gesucht, so dass Emil eine Belohnung von sage und schreibe 1000 Mark erhält.

Die Kinder zeigten viel Spielfreude bei diesem spannenden Stück. Auch durch das minimalistische Bühnenbild konnten die Darsteller von der 5. bis zur 10. Klasse ihr Können in Sprache und Gestik unter Beweis stellen. Während der Szenenwechsel gab es immer wieder kurze Gesangseinlagen und die Theatergruppe schloss den Abend mit dem Lied "Everything at once" von Lenka. Das Publikum in der gut gefüllten Aula klatschte immer wieder nach einzelnen Szenen und applaudierten auch am Schluss kräftig.