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29. Dezember 2011
Ranzepfiffer machen ihr eigenes Ding
Die Guggemusik feiert ihr 30-jähriges Bestehen mit einem großen Symposium / Von jungen Mitgliedern der Stadtmusik gegründet.
WEIL AM RHEIN (ads). Wenn die Guggemusik Ranzepfiffer am 21. Januar 2012 ihr Symposium in der Haltinger Festhalle feiert, dann möchten die Mitglieder es so richtig krachen lassen. Und das nicht ohne Grund, werden die Ranzepfiffer 2012 doch 30 Jahre alt. Was 1982 als Zusammenschluss von acht jungen Mitgliedern der Stadtmusik begann, die "einfach mal etwas anderes erleben wollten" (Gründungsmitglied Günter Müller), ist im Jubiläumsjahr zu einer umtriebigen Gruppe geworden.
Zum Jubiläum haben die Musiker sich denn auch einiges einfallen lassen, wie der zweite Vorsitzende Dirk Siegrist verrät. "Wir haben einige neue Stücke einstudiert, die unser Repertoire erweitern", sagt er. Als Gastguggen werden die Weiler Node-Spucker, die Zieefägge aus Efringen-Kirchen, Tschäddärä aus Stetten und die Basler Gugge Negro-Rhygass auftreten. Der Abend wird dabei ganz unter dem Motto "1982 – 30 Johr blau wiß rot" stehen, das heißt, alles, was zu Beginn der 80er Jahre gerade in war, wird geboten. Musikalisch steht unter anderem Nena auf dem Programm, modische Auswüchse der damaligen Zeit wie Schulterpolster, Stirnbänder oder Hotpants sind ausdrücklich erwünscht. Als Höhepunkt werden die Musiker zudem ein neues Kostüm – ihr neuntes seit der Gründung – präsentieren. "Dazu wird aber natürlich noch nichts verraten", stellt Dirk Siegrist augenzwinkernd klar.Werbung
Dass beim Jubiläumssymposium die Kinder- und Jugendgugge Node-Spucker den musikalischen Auftakt macht, kommt nicht von ungefähr, haben die Mitglieder der Ranzepfiffer die Nachwuchsfasnächtler doch von Beginn an begleitet. So gibt es nach wie vor jedes Jahr gemeinsame Auftritte. Gut möglich, dass dabei das eine oder andere langjährige Mitglied an die Gründungszeit zurückdenkt. Im Jahr 1982 nämlich waren es acht junge Mitglieder der Stadtmusik, die die Ranzepfiffer ins Leben riefen. Und das gegen Widerstände von verschiedenen Seiten: "Einige Eltern erschraken und sagten dann: Du wolltest doch ein ernsthafter Musiker werden, und jetzt machst du Guggemusik", erinnert sich Günter Müller, Mitglied der ersten Stunde. "Von Seiten der anderen Fasnächtler hieß es dann wiederum: Das sind doch professionelle Musiker, das hat mit Guggemusik ja gar nichts zu tun."
Wenngleich die Ranzepfiffer heute aus 47 aktiven Musikern bestehen und bei Anlässen vom Fasnachtsmarkt im schweizerischen Langenthal bis zum Narrentag des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) mitwirken, der am 14. Januar 2012 in Oberkirch stattfindet – einen gewissen Revoluzzerstatus haben die Musiker sich bis heute bewahrt. So sind sie nicht Mitglied der IG Straßenfasnacht und dürfen demzufolge offiziell auch nicht an der Weiler Fasnacht teilnehmen. "Aber beim Buurefasnachtsumzug wird man mit uns rechnen müssen", sagt Dirk Siegrist. So wird im Anschluss an den Umzug am 26. Februar 2012 das Abschlusskonzert der Ranzepfiffer in der Kronenkurve in Altweil stattfinden.
Da bleibt nur die Frage, warum das 30-jährige Bestehen überhaupt gefeiert wird, stehen bei den Fasnächtlern doch die närrischen Elferzahlen wie die 33 hoch im Kurs. "Wir machen eben von jeher unser eigenes Ding", meint dazu Dirk Siegrist.
Autor: ads
