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24. Juli 2008

Eine ganz neue Dimension

MFI rechnet mit Kaufkraft von über 10 Millionen Euro, die die Rhein-Arcaden anziehen könnten.

WEIL AM RHEIN. Chance für die Stadt oder unüberschaubares Risiko? – auf diese Frage reduzierte sich am Ende die kurze Diskussion über das rund 190- Millionen-Bauvorhaben der "Rhein-Arcaden", das Dr. Herbert Appelt, Vorsitzender des Aufsichtsrats der MFI, am Dienstag im Gemeinderat vorstellte. Keinen Hehl machte Appelt daraus, dass man kein Einkaufscenter für die Stadt, sondern für die Region baue. Nur wenn man das Kaufring-Areal ebenso wie die Hangkante überbauen dürfe, bekomme das Center jene Größe und Attraktivität, mit der man bestehen könne.

Als "riesige Chance und ganz neue Dimension für die Stadt", bezeichnet Appelt das Vorhaben der MFI. Mit Marktanalysen und Verkehrsgutachten bis hin zur Voranfrage im Regierungspräsidium zum Raumordnungsverfahren und den Kontakten zu den Grundstücksbesitzern habe man das Terrain entlang der Schweizer Grenze erkundet und sei zur Überzeugung gekommen, dass das Vorhaben in Weil realisiert werden könne. "Der Einzugsbereich gibt das her", versicherte Appelt etwa auch in Hinblick auf die Konkurrenz, die mit dem Einkaufszentrum auf dem Stücki-Areal erwachsen werde.

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Auf rund 22 300 Quadratmetern Grundfläche, entlang der Hangkante zwischen der Friedensbrücke und dem bestehenden Parkplatz und zur Innenstadt hin auf dem Gelände, auf dem heute der Kaufring steht, könnte ein Center entstehen, das bei 55 000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche 27 000 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet und zudem auf 2500 Quadratmetern konsumnahe Dienstleistungen, Gastronomie sowie Gesundheit und darüber hinaus auf dem Dach weiterer 2000 Quadratmeter Fläche für kulturelle Nutzungen in Form einer Stadthalle und Wellness vorsieht. Die Weise, in der man die topografischen Gegebenheiten bis hin zur Anbindung der Tramlinie aus Basel in den Baukörper aufgenommen hat, unterstreicht das, was Appelt im Gemeinderat so zusammengefasst hat: "Bei Sortiment und Architektur muss hier alles stimmen, sonst dürfen wir das Vorhaben gar nicht riskieren."

Als Konkurrenz zu der Weiler Geschäftswelt sieht sich der Investor MFI mit dem gewaltigen Konzept nicht. Vorausgesetzt, man könne die Rhein-Arcaden in der gewünschten Größe realisieren, sei man sicher, dass man zusätzliche Kaufkraft in Höhe von 10 bis 20 Millionen Euro in die Stadt bringe, wovon auch der Einzelhandel profitieren werde. Mit der Hangkante allein lasse sich solch eine Attraktivität allerdings nicht erreichen, rückte Appelt entsprechende Fragen zurecht.

Durchaus interessiert nahm man im Gemeinderat, dessen Sitzung von einer großen Zahl an örtlichen Einzelhändlern aufmerksam verfolgt wurde, das Vorhaben auf (siehe Artikel nächste Seite). Vor einer Entscheidung sind aber noch viele offene Fragen zu klären, so der einhellige Tenor aus den Fraktionen.

Autor: Ulrich Senf