Schon immer auf der Höhe der Zeit

Yvonne Siemann

Von Yvonne Siemann

Mo, 08. Mai 2017

Weil am Rhein

Wunderfitz feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einem Galaabend / Erinnerungen an die Anfänge und Lob von OB Dietz.

WEIL AM RHEIN. Das Wunderfitz als Wundertüte – so stellte sich das Familienzentrum Wunderfitz bei seiner Gala zum 20-jährigen Jubiläum vor. Um die 100 Kinder und Erwachsene, die das Familienzentrum in dieser Zeit begleitet haben, füllten den Saal im Haus der Volksbildung – wobei auch die Stofftiere und Puppen des Wunderfitz einige Plätze besetzten.

Bei ihrem kurzweiligen Rückblick ließen Geschäftsführerin Ingrid Weinmann und die erste Vorsitzende Halka Dupy die letzten 20 Jahre Revue passieren. 1997 gründeten 25 Mütter und Väter um Evelyn Holtschlag und Katja Köppel-Nelke den Verein und suchten nach einem Namen, der zu Weil passt und neugierig macht – das Wunderfitz war geboren. Ein Jahr später wurde dann die erste Mini-Kindergartengruppe eingerichtet. Das Wunderfitz sollte zudem eine Anlaufstelle sein und eine Möglichkeit bieten, andere Leute in derselben Situation kennen zu lernen. Alexandra Zapp, die in den Anfangsjahren das Amt der ersten Vorsitzenden innehatte, erinnerte sich, wie viel Arbeit der Vorstand ehrenamtlich erledigte.

Bald war das Wunderfitz jedoch zu einer kleinen Firma angewachsen und der Aufwand damit einfach zu viel: Gabriele Moll wurde so zur ersten Geschäftsführerin. Die Anfangszeit war auch finanziell schwierig: Trotz vieler Kuchenverkäufe musste jeder Cent zweimal umgedreht werden. Auch die Beantragung von Fördergeldern war aufgrund der finanziellen Situation der Stadt nicht einfach. Dazu kam, dass nicht alle Politiker wahrhaben wollten, dass immer mehr Mütter berufstätig sind. Sie konnten das Bedürfnis der Eltern nach Möglichkeiten zur Kinderbetreuung einfach nicht nachvollziehen.

Im Laufe der Zeit wurde das Wunderfitz immer professioneller, wie sich Thomas Haselwander erinnerte, der per Skype zugeschaltet war. Als langjähriges Vorstandsmitglied habe er neben den genannten Schwierigkeiten aber immer gerne im Vorstandsteam mitgearbeitet, da die Arbeit viel Spaß gemacht habe.

Weinmann und Dupy dankten den vielen Personen, die sie über die Jahre unterstützt und die Entwicklung neuer Programme möglich gemacht haben. Viele Angebote, die in der Anfangszeit angedacht wurden, bestehen auch heute noch: 2003 die Kindertagespflege, im Jahr darauf die Ferienbetreuung, 2008 dann der Schülerhort in der Tschamberschule und 2014 der Bereich Kinderkultur. Dazu leistet das Wunderfitz auch Beratung und bietet verschiedene Kurse an. Die verschiedenen Programme stellten sich auf Stellwänden im Foyer vor.

Außerdem hatte das Team einige Kurzfilme gedreht über den hektischen Job der Geschäftsleiterin, die vielen Aufgaben der Verwaltungsmitarbeiter oder den Alltag in der Krippe und der Spielgruppe. Die Hortkinder stellten den Hort vor der Kamera gleich selbst vor und zuletzt konnte das Publikum die Kinder als Zirkusartisten beim Circus Soluna-Ferienprogramm von 2015 bewundern.

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz schließlich erinnerte sich in seinen Grußworten an die Anfänge des Wunderfitz und dankte den Beteiligten, dass sie am Ball geblieben sind, denn viele Bürgerinitiativen würden sich leider als Eintagsfliegen erweisen. Auch die gesellschaftliche Debatte habe sich in den vergangenen 20 Jahren stark verändert mit der Elternzeit und der Einführung des Rechtsanspruchs auf Kinderbetreuung. Das Wunderfitz sei somit immer ein "Front Runner" gewesen, und die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniere gut. Als Geburtstagsgeschenk überreichte er eine Spende.

Im Foyer konnten dann alle beim Jubiläumsapero auf das Erreichte anstoßen. Musikalisch untermalt wurde der gesellige Teil durch Isabella Leitherer und Yannick Schäfer.