Sicher, auch wenn’s eng wird

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 11. August 2017

Weil am Rhein

Verkehrspolizisten vermitteln Kindern, wie man auf dem Velo auch heikle Situationen meistert.

WEIL AM RHEIN. Klar, die Resonanz hätte besser ausfallen können, aber die Kinder, die gestern, Donnerstagvormittag, zum Fahrradtraining mit der Polizei unter der Autobahnbrücke an der Hardstraße kamen, waren mit großem Engagement dabei und hatten viel Freude. Dabei ging es Roland Kiy und Helena Brixa von der Verkehrsprävention der Polizei nicht nur darum, den Kindern mit einem spannenden Parcours Fahrspaß zu bereiten, sondern sie wollten dabei auch ihre Fahrsicherheit stärken.

Dass weniger Kinder als im vergangenen Jahr zu dem Angebot im Rahmen des Ferienprogrammes des Kindertreffs Wiki gekommen waren, führten Britta Gotzens von der städtischen Wohnbaugesellschaft und Gabriele Moll vom Stadtteilverein, die das Programm gemeinsam auf die Beine stellen, auch auf das regnerische Wetter zurück. Zwar befand sich der gesamte Parcours abgeschirmt unter der Autobahnbrücke, aber das Hinfahren durch den Regen war unvermeidlich. Umso mehr standen die Jungen und Mädchen im Mittelpunkt, die mit ihren Eltern oder Großeltern angeradelt waren.

Schon beim Aufbau des Parcours, der an das Alter der Kinder angepasst war, halfen die Dreikäsehochs eifrig mit. Dann war es so weit: Nachdem jeder Teilnehmer eine Warnweste mit Startnummer übergestreift und einen Helm angelegt hatte, erläuterte Helena Brixa die einzelnen Stationen. Die Kinder konnten es danach kaum erwarten, loszulegen.

Wichtige Tipps für die Praxis im Straßenverkehr

Auf einem Stegbrett galt es, genau die Spur zu halten und bei einem Abrutschen nicht in Panik zu geraten. "Dann sollte man nicht versuchen, wieder auf das Brett zu kommen", riet die Verkehrspolizistin. Denn, und das gilt auch für den Straßenverkehr, eine Kante ist immer ein Risikofaktor. Die Kinder nahmen es auch locker, wenn es auf Anhieb nicht klappte. In schmalen Bögen ging es dann um die Brückenpfeiler.

Besonderen Spaß bereitete allen danach das Überfahren der Wippe – auch deshalb, weil das Herunterkrachen des Brettes auf den Asphalt unter der Brücke herrlich nachhallte. Danach noch eine kleine Slalomstrecke und eine gekonnte Zielbremsung, und schon war der Parcours absolviert. Bei einem Durchgang beließen es die Kinder natürlich nicht. Runde um Runde wurde absolviert, wobei die Kleinen immer sicherer und die Eltern sowie Großeltern immer stolzer auf ihre Sprösslinge wurden.

Danach erhöhten die beiden erfahrenen Verkehrsexperten, die im Sommer viele Ferienspaßaktionen gestalten und während der Schulzeit an sämtlichen Grundschulen des Kreises die Viertklässler fit für den Straßenverkehr machen, den Schwierigkeitsgrad: Es galt nun, einen Tennisball von der Spitze einer Pylone zu greifen und ihn dann wenige Meter weiter in einen Eimer zu werfen. "So wird einhändiges Fahren geschult", erklärte Kyi. Natürlich wussten die Kinder, warum es wichtig ist, einhändig fahren zu können – auch wenn sie dies nicht ganz korrekt ausdrückten: "Dann kann man besser blinken", stellte ein Junge fest.

Bewusst legten die Polizeibeamten keinen Wert auf Geschwindigkeit. Vielmehr mussten sie zuweilen bremsen: "Nur nicht übermütig werden", gab Roland Kyi ein maßvolles Tempo vor. Was die Unfallstatistiken zeigen, dass deutete sich auch am Donnerstag an: Die Jungs waren deutlich risikofreudiger unterwegs als die Mädchen. Zum Schluss gab es noch einen Velocheck und als Dank für die eifrige Mitarbeit ein kleines Präsent.