Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

21. April 2017

Siegen oder fliegen

RSV Weil kämpft gegen Genf im entscheidenden dritten Playoff-Spiel der Rollhockey-Nationalliga A um den Einzug ins Halbfinale.

  1. Auch wenn Alberto Garcia (2.v.r.) nach seinem Daumenbruch noch ausfällt: Bejubelt der RSV Weil am Samstag den Sieg im Viertelfinale? Foto: Konzok

ROLLHOCKEY Nationalliga Playoff-Viertelfinale, 3. Spiel (best of three) (BZ). Playoffs sind die Zeit für Heldengeschichten und Legendenbildung, doch ebenso für bittere Erfahrungen und schmerzhafte Niederlagen. Losgelöst davon, in welche Richtung sich das Schicksal letztlich dreht, sind es Momente, die im Sportlerleben einen besonderen Platz einnehmen: sich im entscheidenden Moment bewähren, die Dramaturgie der Geschehnisse beeinflussen und prägen zu können. All das spitzt sich in einem finalen Spiel einer Playoff-Serie noch einmal zu – oder wie es der Weiler Goalie Daniel Dietrich auf den Punkt bringt: "Es geht um alles."

Wer in den Playoffs steht, der träumt nicht vom Saisonende im Liegestuhl an einem sonnigen Strand, sondern davon, das letzte Spiel zu gewinnen – und damit die Meisterschaft. Ein Ziel, mit dem der RSV Weil seit Rundenbeginn offensiv umgegangen ist. Doch auf dem Weg zur Schweizer Rollhockey-Meisterschaft ist die erste Hürde RHC Genf noch nicht genommen. Eine "Mischung aus Anspannung und Vorfreude" verspürt Dietrich vor dem dritten und entscheidenden Match am Samstag.

Werbung


Nach Siegen steht es im Playoff-Viertelfinale zwischen dem RSV und Genf 1:1. Die 1:3-Niederlage in Spiel zwei in Genf haben die Weiler analysiert. Die beiden Kernprobleme: "Einstellung und Teamgeist", so Dietrich. Erstere sei nicht gut genug gewesen, der RSV müsse in diesem Punkt an das Playoff-Heimspiel (3:2) anknüpfen. Und: "Wir haben in Genf zu wenig als Team agiert, sind nicht als Einheit aufgetreten", erklärt Dietrich. Womöglich hatte der Gegner die Gäste dazu verleitet: Genf arbeitete sich mit Einzelaktionen erfolgreich durch, weshalb dies auch die Weiler versuchten. "Das war aber das falsche Rezept", so Dietrich, der auf ein weiteres, mögliches Problem hinweist: "Wir mussten in Genf nicht gewinnen." Der Druck lag folglich bei den Gastgebern und könnte als belebendes Element einen kleinen, aber entscheidenden Unterschied ausgemacht haben.

Am Samstag wird das keine Rolle mehr spielen, der Druck ist gleich verteilt: Wer siegt, steht im Playoff-Halbfinale und darf weiter vom Meistertitel träumen; der Verlierer allenfalls noch vom feinen Sand am Strand.

Optimistisch, sich nicht mit Urlaubsgedanken beschäftigen zu müssen, darf die Weiler ihre Saisonbilanz im Nonnenholz stimmen: "Wir haben acht unserer neun Heimspiele gewonnen", sagt Dietrich, der jedoch weiß: "Es wird auf Kleinigkeiten ankommen." Gerade in den Playoffs. Jenen Zeiten, in denen Helden geboren werden. Auch am Samstag in Weil?

Autor: bz