Starke Leistungsschau des Schreinerhandwerks

Regine Ounas-Kräusel

Von Regine Ounas-Kräusel

Do, 13. September 2018

Weil am Rhein

In der Sparkasse Markgräflerland sind preisgekürte Gesellenstücke zu bestaunen / Besucher dürfen abstimmen.

WEIL-AM-RHEIN (ouk). Die Gesellenstücke der Absolventen der Schreinerinnung sind seit Montag zwei Wochen lang in der Sparkasse in der Hauptstraße ausgestellt. Kammersieger wurde Patrick Hofmann, der bei der Weiler Schreinerei Martin Ranz gelernt hat, mit einer Garderobe aus heller Esche und Zwetschgenholz in warmem Braunton. Beim Anfertigen der Gesellenstücke kam es nicht nur auf solide Verarbeitung an, sondern auch auf das Design.

Im Landkreis Lörrach haben in diesem Jahr 32 junge Leute ihre Gesellenprüfung im Schreinerhandwerk bestanden. In der Sparkasse Weil am Rhein stellten zwölf Absolventen ihre Gesellenstücke aus. Peter Blubacher vom Vorstand der Sparkasse beglückwünschte die jungen Schreinerinnen und Schreiner zu ihrer Berufswahl. Das Handwerk sei eine Wirtschaftsbranche mit Zukunft, in der Fachkräfte immer begehrt seien.

Innungsobermeister Martin Ranz freute sich über den talentierten Nachwuchs – unter ihnen drei Frauen – in einem vielseitigen und traditionsreichen Handwerk: "Haltet an diesem schönen Beruf fest", gab er ihnen mit auf den Weg. Schon in der Renaissance, als Möbel zu repräsentativen Prachtstücken wurden, sei der Schreiner auch zum Künstler geworden. Heute arbeite er mit Holz, aber auch Glas, Metall oder Stein.

Auch Gernot Bürkle, Fachbereichsleiter Holz an der Gewerbeschule Schopfheim, sprach seine Glückwünsche aus. Die Absolventen Patrick Hofmann und Siphra Huber erinnerten an eine gemeinsame Arbeitswoche in der Jugendherberge Gersbach, in der viele Freundschaften entstanden, aber auch an harte Zeiten, als man nach einem vollen Arbeitstag noch lernen oder am Wochenende das Gesellenstück entwerfen musste.

Patrick Hofmann hat seine Garderobe mit geschwungenen Formen, abgerundeten Kanten und dem reizvollen Gegensatz des Eschen- und Zwetschgenholzes gestaltet. Neben den Stangen für die Kleiderbügel hat er auch einen Spiegel und Schubladen für Accessoires wie Handschuhe eingebaut. Mit dem besten Gesellenstück – Note 1,3 – und der besten Abschlussprüfung im Gebiet der Handwerkskammer Freiburg ist Patrick Hofmann Kammersieger geworden. Nun wird er am Leistungswettbewerb auf Landesebene mitmachen.

Von Siphra Huber ist ein nostalgisches Schreibpult mit integrierten Regalfächern zu sehen. An diesem Möbelstück besticht die Front aus naturbelassenem, geöltem Apfelholz. Andere Absolventen haben Schreibtische aus Massivholz, ein Bett, Schränke, Beistellmöbel und sogar einen achteckigen Pokertisch gefertigt.

Die Gesellenstücke entstehen in einem langen Prozess von einem halben bis zu einem Jahr. Von der ersten Ideenskizze bis zum exakten Plan, vom Einkauf des Holzes und anderer Materialien bis hin zum Bau machen die Junghandwerker alles selbst. Beim Planen und Entwerfen erhalten sie Anregungen in der Gewerbeschule Schopfheim.

Einige Absolventen nehmen außerdem freiwillig am Wettbewerb des Schreinerverbandes "Die gute Form" teil. Sie erhalten bei Wochenend-Workshops besondere Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Arbeiten. Die Besucher in der Hauptstelle der Sparkasse haben nun die Möglichkeit, das beste ausgestellte Gesellenstück zu küren. Am Donnerstag, 20. September, will die Sparkasse den Sieger dann bekannt geben.