Super – und nicht zu laut

Nicolai Ernesto Kapitz

Von Nicolai Ernesto Kapitz

Mo, 17. Juli 2017

Weil am Rhein

Baden im Blut lockt Metal-Fans von weit her nach Weil am Rhein / Lärmcheck als Auflage.

WEIL AM RHEIN. Rund 1500 Metal-Fans, harte Töne, kühle Getränke, viel Sonne und tolle Stimmung: Das "Baden in Blut"-Festival hat sich bei seiner zweiten Auflage im Dreiländergarten in Weil am Rhein am Samstag zu einem echten Highlight für Fans aus ganz Baden-Württemberg, der Schweiz und Frankreich entwickelt. Mit internationalen Bands ist das 2016 aus Lörrach nach Weil gezogene Metal-Fest inzwischen ein echter Name in der Branche.

Gegen 15 Uhr drehte der Soundtechniker am Knopf: Die Metal Maniacs Markgräflerland hatten eine Auflage des Landratsamtes zu erfüllen. Der Lärmpegel im nahegelegenen Otterbach durfte an den Wohnhäusern einen gewissen Wert nicht überschreiten, und so wurde die Beschallung permanent gemessen und vorsichtshalber schon am Nachmittag zurückgefahren. Das sorgte zwar dafür, dass der Boden und die Bäume rund um das Festivalgelände nicht mehr in dem Maße zitterten. Aber es hatte auch einen Vorteil: Im Biergarten konnten sich die Fans entspannt unterhalten. So wie Marion und Klaus. Das musikverrückte Ehepaar stamm aus dem Münsterland, verbringt gerade ein paar Tage in Badenweiler und war mit dem Zug extra nach Weil gefahren. "Es ist toll, dass sich Metal-Fans immer und überall gleich gut verstehen", sagte Klaus. Ob in Norddeutschland oder in Südbaden, "es sind immer die gleichen netten Typen".

Diese Typen waren in Scharen in den Dreiländergarten gepilgert. Mehrheitlich in Schwarz mit langen Mähnen bevölkerten sie das Areal zwischen Eishalle und Laguna seit den Vormittagsstunden und genossen Steaks, Würste, Bier, Met und Musik. Die Veranstalter – der Verein Metal Maniacs Markgräflerland – zog schon am Mittag eine gute Bilanz aus der diesjährigen Ausgabe. Mit drei richtigen Branchengrößen – "Moonspell", "Death Angel" und "Caliban" – hatten die badischen Metal-Maniacs drei internationale Bands ins Dreiländereck gelotst. Die Fans dankten es ihnen mit toller Stimmung und viel Disziplin. Zwischenfälle gab es nämlich – abgesehen von dem einen oder anderen versehentlichen Zusammenstoß im Getümmel vor der Bühne – keine.

"Wir wollen hier bleiben und uns etablieren", sagte Maniacs-Pressesprecher Manuel Wegner. "Hier haben wir Platz und sind gut angebunden." In der Tat gestaltete sich die Anreise für die Fans sehr entspannt. In den Zügen entdeckte man schon vormittags Kerle mit Fanshirts, die sich angeregt über die bevorstehenden Konzerte unterhielten. Die Gespräche im Biergarten wurden wahlweise auf Alemannisch, Schwäbisch, Münsterländisch, Französisch oder auf Englisch geführt – nicht nur die Bands sind mittlerweile international, auch das Publikum.

Als das Konzert dann um kurz nach 12 losging, kam bei tollem Wetter auch Bewegung in die Menge vor der Bühne. Bis um Mitternacht schleusten die Metal Maniacs neun Bands über das Parkett. Der Sound war klasse und es zeigte sich einmal mehr, dass laut nicht unbedingt besser bedeutet. Die Anwohner in Otterbach werden das bestätigen können.

Siehe auch Seite 7/Unsere Fotogallerie findet sich unter mehr.bz/bib17