Trauer um den Vorsitzenden des Weiler Turn- und Sportrings

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 13. Dezember 2017

Weil am Rhein

Thomas Misch hat den Dachverband der Sportler aus einer schwierigen Situation befreit und ihm zu neuem Ansehen und Gewicht in der Stadt verholfen.

WEIL AM RHEIN (nn). Der Vorsitzende des Weiler Turn- und Sportrings ist tot. Der 62-Jährige wurde am Montagmorgen in seinem Auto am Märkter Stauwehr gefunden, wo er sich das Leben genommen hatte. Die Polizei hat auf Nachfrage bestätigt, dass eine Beteiligung Dritter auszuschließen sei.

Thomas Misch, Inhaber eines Versicherungsbüros, war in der Stadt aufgrund seiner verschiedenen ehrenamtlichen Engagements sehr bekannt. Zuletzt war er vor allem als Mann an der Spitze des Turn- und Sportrings vielfach in Erscheinung getreten, eine Aufgabe, die er mit großem Engagement ausfüllte und der er mit seiner Präsenz bei den Vereinen zu neuem Ansehen verhalf. Misch fällt dabei das Verdienst zu, den Dachverband der Weiler Sportler aus einer schwierigen Lage zu neuer Bedeutung geführt zu haben.

Nachdem Doreen Rülke ihren Rückzug von der Spitze des Turn- und Sportrings erklärt hatte, war lange unklar, ob ein neuer Vorsitzender gefunden würde und die Arbeit des Verbands fortgesetzt werden könnte. Thomas Misch war es in dieser Situation, der sich 2015 bereit erklärte, den Vorsitz des Turn- und Sportrings zunächst für ein Jahr zu übernehmen, und er entschied sich nach Ablauf dieser Frist, weiter zur Verfügung zu stehen, um die Interessen des Sports in der Stadt zu vertreten.

In dieser Zeit hat sich der Turn- und Sportring als wichtiger Gesprächspartner für die Stadtverwaltung erwiesen, da ausgelöst durch die Fußballvereine in Weil und Haltingen eine intensive Diskussion über ein Sportkonzept für Weil am Rhein entstand, an dessen Ausarbeitung sich Thomas Misch engagiert beteiligt hat und bei dem es ihm gelungen ist, die Interessen der Mitgliedsvereine angemessen zu vertreten. Das Sportkonzept ist nun erst vor kurzem vom Gemeinderat beschlossen worden. Außerdem hat sich Misch auch in besonderer Weise für die Sportlerehrung eingesetzt, die sich seit dem noch von seiner Vorgängerin veranlassten Umzug in den Rathaussaal mehr und mehr zu einer beachteten Veranstaltung entwickelt hat. "Er war ein Hans Dampf in allen Gassen und hat sich einfach um alles gekümmert", sagt ein Vorstandskollege.

Misch hat sich darüber hinaus seit vielen Jahren beim Volleyballclub Weil am Rhein engagiert. Bereits mit 24 Jahren übernahm er dort den Vorsitz, wobei ihm Ähnliches gelang wie später mit dem Turn- und Sportring: "Es gelang ihm, den Verein am Leben zu erhalten und ihn zu einer festen Größe im sportlichen Bereich der Stadt zu machen", heißt es in den Annalen des Vereins.

Schließlich gehörte Thomas Misch auch seit vielen Jahren zur Reservistenkameradschaft Weil am Rhein und war dort weit mehr als nur ein einfaches Mitglied. Er gehörte zu den verlässlichen Akteuren der Gruppe, die in der Stadt vor allem am Volkstrauertag mit ihrer Beteiligung an der Gedenkfeier auf dem Weiler Hauptfriedhof in Erscheinung tritt, und so stand er auch dieses Jahr kürzlich wieder als Reserveoffizier in der Reihe seiner Vereinskollegen.