Trotz Übersteigschutz wieder bemalt

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Sa, 12. Januar 2019

Weil am Rhein

Graffito am Wasserturm: OB beklagt schwindenden Respekt vor öffentlichem Eigentum.

WEIL AM RHEIN (nn). In der Vergangenheit hat es meist wenig Grund für OB Dietz gegeben, bei seinen Neujahrsreden die Deutsche Bahn zu loben. Dieses Mal sollte es nun anders sein, doch das Lob, das er dem Verkehrsunternehmen dieses Mal aussprach, blieb nicht ungetrübt – auch wenn die Bahn nichts dafür kann.

Der Haltinger Wasserturm, auf dessen neuen Anstrich man seit Jahren gewartet hatte, war noch vor der Jahreswende endlich hergerichtet worden und sollte künftig, so Dietz, "als sehenswertes Wahrzeichen unserer Verkehrsgeschichte am Stadteingang grüßen". Obwohl ein Übersteigschutz installiert wurde, der es verhindern sollte, dass man von der Palmrainzubringerbrücke zum Wasserturm hinüberklettern kann, hat es aber keine zwei Wochen gedauert, ehe das Kleinod erneut bemalt war.

Dietz fand das am Freitag nicht nur bedauerlich. Er beklagte zugleich einen schwindenden Respekt vor öffentlichem Eigentum und nannte das "eine traurige Entwicklung in unserer Gesellschaft". Denn auch am Haltinger Fußgängersteg über die Bahngleise und am Weiler Dreizack, der einen Zugang von der Trambrücke zu den Bahnsteigen ermöglicht, haben sich Sprayer schon mehrfach mit ihren Symbolen verewigt und dabei auch nicht vor den Glasflächen der Aufzugskabinen Halt gemacht.