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02. September 2010
Unfall mit Gefahrgut: Noch Schwächen im Rettungskonzept
Trotz der verbesserten Koordination mit der Bahn fehlt nach wie vor eine gesicherte Fläche zum Umladen von Gefahrgut.
WEIL AM RHEIN. Trotz des Lobs von Einsatzleiter Daniel Strohmeier an die Bahn und an deren Gefahrgutmanager hat der jüngste Gefahrguteinsatz der Feuerwehr im Rangierbahnhof erneut Schwächen im Rettungskonzept aufgezeigt. Da sich am Dienstagabend auf die Schnelle kein Ersatz für den defekten Transportcontainer auftreiben ließ, musste die Feuerwehr gestern noch einmal das Umfüllen des Waggons begleiten. Nach wie vor fehlt dabei eine gesicherte Fläche zum einfachen Umpumpen von Gefahrgut.
Nachdem die Feuerwehr am Dienstag über sieben Stunden im Einsatz war, um den Waggon mit Gefahrgut abzudichten, das lecke Fass umzupumpen und anschließend den Waggon in Bereich des ehemaligen Bahnbetriebswerkes sicher abzustellen, setzte sich der Einsatz gestern noch einmal fort. Um die Flüssigkeit aus den weiteren vier Kammern in einen neuen Transportcontainer umzupumpen, musste die Wehr die Aktion mit zwölf Mitarbeitern absichern. Als echtes Problem erwies es sich dabei, eine sichere Stelle zu finden, an der ein Lastwagen so nahe an die Gleise heran kommt, dass er beladen werden kann.Werbung
Der Bereich des Bahnbetriebswerks in Haltingen, der von der Sicherheit her fast optimale Voraussetzungen bieten würde und an dem der Waggon über Nacht abgestellt war, scheidet allerdings aus, erklärte Hubert Strohmeier als Stellvertreter von Stadtbrandmeister Gempp. Die Brücke zum BW ist nur mit 16 Tonnen belastbar. Beladen wäre der Container mit Lastwagen aber über 30 Tonnen schwer, so dass die Feuerwehr gestern in enger Koordination lange mit den Notfall- und Gefahrgutmanagern der Bahn nach einer geeigneten Stelle für das Verladen suchen musste.
"Hier wäre es für uns wichtig, dass wir künftig eine gut anfahrbare Fläche ausgewiesen bekommen", erklärt Strohmeier. Entsprechend sei dieses Thema auch schon auf die Tagesordnung für das zweite Treffen zwischen Bahn, Stadt und den örtlichen Rettungsdiensten gesetzt worden, das im Herbst stattfinden soll.
Eine Lösung fordert Strohmeier auch für die Frage, wie Ersatzbehältnisse herbeigeschafft werden können, um ein Umpumpen gefährlicher Stoff möglich zu machen. Die Bahn selbst sieht sich dabei nicht in der Pflicht und hatte an die zuständige Spedition verwiesen, die dann aber erst mit einiger Zeitverzögerung reagieren konnte. Die Weiler Feuerwehr verfügt, wie übrigens auch die professionelle Chemiewehr Johnson Control aus Basel, nur über eine begrenzte Zahl von eigenen Auffangbehältnissen. Das vollständige Löschen der Ladung mit rund 24 Tonnen Gefahrgut war damit eben zunächst nicht möglich. "Hier ist eine effizientere Lösung gefragt", so Strohmeier – schon allein, um die Wehr nicht wie nun geschehen mit einem eher unproblematischen Vorfall mehrere Tage zu beschäftigen.
Autor: Ulrich Senf
