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02. August 2010

Vor Ort, bevor es ernst wird

SPD machte sich ein Bild: Der Bau der Bahn-Neubaustrecke wird das Gesicht Haltingens verändern.

  1. Entlang der künftigen Nordwestumfahrung waren SPD-Mitglieder mit dem Fahrrad unterwegs. Foto: Ounas-Kräusel

WEIL AM RHEIN. Haltingen wird sein Gesicht in den kommenden zwei Jahren verändern: Bei der Fahhraddtour , zu der die SPD-Haltingen am Samstag einlud, wurde dies einmal mehr deutlich. Bürgermeister Klaus Eberhardt führte rund 15 Parteifreunde der SPD- Ortsvereine Haltingen und Weil am Rhein zu verschiedenen Plätzen, die vom Ausbau der Bahn und dem Bau der Nordwestumfahrung tangiert sind.

Die Gruppe startete bei der Festhalle, fuhr über die Bahnbrücke, dann zwischen Maisfeldern und Gärten weiter Richtung Norden. Dabei waren Gemeinderätin Brigitte Pantze, Ortschaftsrätin Christa Osswald sowie der Ortsvereinsvorsitzende und Ortschaftsrat Stefan Nagel. Unter einem Nussbaum breitete Klaus Eberhardt einen Plan aus: Der zeigte, wie die Nordwestumfahrung eines Tages ganz in der Nähe unter der Bahn durchgeführt werden soll. "Das muss sehr, sehr schnell kommen", betonte Eberhardt. Trotz angespannter Haushaltslage wolle die Stadt diesen Abschnitt als Verbindung zwischen Ober- und Unterdorf bis 2012, spätestens 2013 fertigstellen.

Eberhardt erläuterte wichtige Einzelheiten. Unter anderem soll der Eimeldingerweg mit der Festhalle an die Straße angebunden werden, damit die Besucher nicht mehr durch das angrenzende Wohngebiet fahren müssen. Der Verbindungsweg Haltingen-Eimeldingen, den viele Schüler nutzen, soll auf einer Brücke über die neue Straße geführt werden. Parallel zur Straße wird es einen Radweg geben. Insgesamt werde die Nordwestumfahrung etwa 14 Millionen Euro kosten, wovon die Stadt voraussichtlich rund 8 Millionen Euro aufbringen müsse.

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Das Thema Bahn kann sehr schnell auf Haltingen zukommen

Die Gruppe besuchte auch die Heldelingerstraße im Ortszentrum, wo es schon eine Bahnunterführung gibt. Sie soll im Zuge des Bahnausbaus von derzeit rund acht auf stattliche 16 Meter verbreitert werden, neben der Fahrbahn sollen – auf höherem Niveau – zwei Fahrradwege entstehen, außerdem eine Treppe zum Bahnhof. Gleichzeitig wird die heutige Unterführung unter den Gleisen wegfallen. Auch aus psychologischen Gründen müsse die Unterführung verbreitert werden, erklärte der Bürgermeister. Man müsse wenigstens durch den Tunnel schauen können, wenn man in Zukunft über die sechsspurige Bahnstrecke mit meterhohen Lärmschutzwänden nicht mehr hinweg schauen könne.

Weitere Stationen der Radtour waren das "Raiffeisengelände" hinter dem Haltinger Bahnhof und der Bahnhof Eimeldingen, wo schon Lärmschutzwände stehen. Die Teilnehmer diskutierten über die neue Streckenführung, über Lärmschutz und den Baustellenbetrieb. Ihre Freundin in Eimeldingen höre die Züge trotz vier Meter hoher Lärmschutzwand sehr deutlich, kritisierte eine Frau. Die Bahn prüfe derzeit, ob diese Art von Schutzwänden auch fünf Meter hoch, so wie für Haltingen geplant, gebaut werden können, so Eberhardt. Beim Ausbau werde die Bahn zunächst die beiden westlichen Gleise fertigstellen. Die östlichen Gleise würden dann mit geringerem Zeitdruck ohne Nachtarbeit gebaut. Eberhardt erinnerte daran, dass die Bahn den Katzenbergtunnel und die Strecke bis Basel bis 2012 fertig stellen will. Daher gelte für Haltingen: "Das Thema Bahn kann sehr schnell kommen."

Autor: Regina Ounas-Kräusel