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24. Juni 2011
Was für ein Center spricht
Bürgermeister Eberhardt erläutert bei der SPD, warum die Hangkante nicht gestoppt werden sollte.
WEIL AM RHEIN. Nächste Woche will die Stadt bei einer Bürgerversammlung über das Hangkantenprojekt informieren und die Zuhörer von dessen Sinn und Zweck überzeugen. Darauf, welche Argumente im Mittelpunkt stehen, gab’s am Dienstag bei einer Versammlung der SPD schon mal einen Vorgeschmack. Bürgermeister Eberhardt erläuterte, was für das Center spricht.
Überraschenderweise nutzten die Gegner des Vorhabens die Gelegenheit nicht, sich auf die Argumente vorzubereiten, und blieben der Versammlung völlig fern. Nur 15 Zuhörer fanden den Weg ins Gasthaus "Mooswald", sie aber waren von Eberhardts Vortrag sehr angetan. Selbst Skeptiker, wie Schriftführer Bernd Gallasch, attestierten, dass eine so klare Darstellung überfällig gewesen sei und "viele Diskussionen vermieden" hätte.Eberhardt betrachtete die Auswirkungen eines Centers unter drei Aspekten.
EINKAUFSANGEBOT
Das Märktegutachten hat ergeben, dass Weil überproportional viele Verkaufsflächen hat, dass diese aber zu 39 Prozent dem kurzfristigen Bedarf (z.B. Lebensmittel, Drogeriewaren) dienen. Den mittelfristigen Bedarf (z.B. Kleidung, Schuhe) decken weitere 39 Prozent. Im Vergleich zu anderen Städten ist der kurzfristige Bedarf überrepräsentiert (der Schnitt liegt bei 29 Prozent), während der mittelfristige Bedarf zu kurz kommt (üblich sind 48 Prozent). Da ein typisches Einkaufszentrum zu 50 Prozent auf das mittelfristige Angebot setze, verbessere seine Ansiedlung vor allem diesen Angebotsbereich, was Weil zu Gute komme, so Eberhardt.
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Hinzu kommt, dass die Innenstadt gegenüber Friedlingen im Hintertreffen ist. 28 910 Quadratmetern Verkaufsfläche in Friedlingen stehen nur 20 520 zwischen Friedensbrücke und Postareal gegenüber. Hier brächte die Hangkante eine Stärkung der Innenstadt.
Schließlich haben die Gutachter festgestellt, dass Lörrach für die Versorgung des deutschen Umlandes, zumal beim mittelfristigen Bedarf (siehe Grafik), eine dreimal größere Rolle spielt als Weil. "Lörrach ist größer und darf auch mehr haben, aber nicht in diesem Verhältnis", meint Eberhardt. Das Center biete die Möglichkeit, Umsatzanteile zurückzugewinnen und auch Weiler Kunden wieder in der Stadt zu binden, die auswärts einkauften, weil das heimische Angebot nicht genüge.
STÄDTEBAU
Das Center bietet laut Eberhardt etliche städtebauliche Verbesserungen. Das alte Zollhaus bleibt erhalten, die Freiflächen um das in mehrere Gebäude aufgelockerte Center bieten "Flanierqualität", zwischen Rathausplatz und Bahnhof ergeben sich "starke Beziehungen", der Zugang vom Parkhaus zum Rathausplatz erlaube einen direkten Zugang zur Innenstadt, die von den Parkplätzen profitiere.
VERKEHR
Weil das Center viele Kunden anlocken wird, will Eberhardt "eine Verkehrszuspitzung" nicht ausschließen. Dennoch sieht er Vorteile. Weil Zufahrt zum Parkhaus und Anlieferung nur von der B 3 her erfolgen, wird die Innenstadt entlastet. Der Schlaufenkreisel kann entfallen. Außerdem erhält man 1200 Parkplätze mit direktem Zugang zur Innenstadt. Damit eröffne sich die Chance, Parkplätze vor den Geschäften aufzugeben und die Innenstadt zur Fußgängerzone zu machen. Nötig sei dafür aber ein Verkehrskonzept mit großräumiger Umfahrung via B 3, Bühlstraße, Turmstraße und Zollfreie.
FAZIT
Eberhardt empfiehlt, nicht nur das Centerprojekt zu sehen, sondern auch die weitergehenden Chancen, die sich damit verbinden. Er warnt davor, dem Vorhaben die rote Karte zu zeigen, weil die dann auch etliche andere Projekte ausbremse.
Autor: Hannes Lauber


