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17. Juni 2017

Weichenstellung für flüssigen Verkehr

Der Friedlinger Gerd Eger will Stadt und BVB überzeugen, die Tram weniger im Straßenraum rollen zu lassen.

  1. Weiter auf der eigenen Trasse, statt in den Autoverkehr abzubiegen, so will Gerd Eger das Friedlinger Verkehrsproblem entschärfen. Foto: SENF

WEIL AM RHEIN. Die schwierige Verkehrssituation in der Stadt und speziell im Stadtteil Friedlingen beschäftigt nicht nur die Stadtverwaltung und die Planer immer wieder. Auch Bürger blicken mit Sorge auf die Staus, die sich immer wieder in der Hauptstraße bilden und teilweise zurück bis an den Rand der Innenstadt zum Schlaufenkreisel reichen. Der Friedlinger Gerd Eger hat nun einen Vorschlag unterbreitet, wie die Tram und der Autoverkehr besser aneinander vorbeikommen könnten – in Kürze trifft er sich zum Gespräch mit Vertretern der Basler Verkehrsbetriebe (BVB) und der Stadt.

"Die BVB und auch die Stadt haben derzeit immer nur die Tram im Blick", ärgert sich Eger über die jüngsten Nachbesserungen. Dass die Autos durch eine vom Verkehrsaufkommen abhängige Ampelschaltung in der Hauptstraße auf Höhe der Bayerstraße ausgebremst werden und sich damit, wie er beobachtet hat, über die Friedensbrücke hinaus bis in den Schlaufenkreisel zurückstauen, hält er für ein Unding. Ziel seiner Idee zu einer Optimierung der Verkehrsführung in Friedlingen sei es daher, insgesamt den Verkehrsfluss in der Hauptstraße zu erhöhen. Davon verspricht sich Eger, dass die aktuellen Staus aufgelockert werden könnten.

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Grüne Pfeile
Eine erste, wenn auch nur kleine, Verbesserung könnte sich erreichen lassen, wenn die Rechtsabbieger an den Ampeln mit so genannten grünen Pfeilen auch dann fahren dürften, wenn die Ampel für die Geradeausfahrt in der Hauptstraße rot anzeigt. Insgesamt, so Egers Beobachtung, stehen Autos in Friedlingen zu häufig vor roten Ampeln, die sie nicht direkt tangieren, was optimiert werden sollte, um die Staulänge zu verkürzen.

Tram auf eigene Trasse
Zentrale Forderung Egers ist aber, dass die Tran viel häufiger als bisher auf ihrer eigenen, vom Straßenverkehr losgelösten Trasse rollt. Mit vier Weichen wäre es möglich, dass die Tram auf Höhe der Bayerstraße, wo sie bisher, wenn sie aus Richtung Innenstadt kommt, von den eigenen Banketten in die Straße wechselt, in ihre eigene Gegenspur einbiegen könnte. Nun könnte sie rund 300 Meter abseits des Autoverkehrs ungehindert weiterfahren, um erst unmittelbar vor der Haltestelle Dreiländerbrücke auf die Straße zurück zu wechseln.

Ampel am Kreisel
Das größte Verkehrshindernis stellt aktuell noch der Kreisel vor dem Rheincenter dar, da ist sich auch Eger sicher. Da bisher die Autos dort oft so dicht stehen, dass es fast unmöglich ist, eine Gasse für die Tram zu bilden, schlägt Eger vor, den Verkehr vor der Durchfahrt der Tram mit Ampeln so zu steuern, dass keine Autos mehr in den Kreisel nachrollen. Dabei müsste zusätzlich zu den bereits bestehenden Ampeln auch ein Lichtsignal von der Colmarer Straße her aufgestellt werden. "Das kann dann der Tramfahrer separat auslösen", so Egers Vorschlag.

Tramtaktung müsste ausreichen
Wenn Eger sich auch im Klaren ist, dass das Einbauen von vier Weichen in der Hauptstraße, so wie er es vorschlägt, sicher sehr viel Geld kosten werde, so setzt er doch darauf, dass sich die Maßnahme für alle Verkehrsteilnehmer bezahlt manchen würde – durch einen besseren Verkehrsfluss. Die bisherige Taktung der Tram, die zu den Hauptverkehrszeiten im 7,5-Minutentakt verkehrt, so hat er gestoppt und berechnet, müsste ausreichen, um den entsprechenden Streckenabschnitt auf einer Trasse passieren zu könne, ohne dass sich die Trams gegenseitig behindern.

Reaktion der BVB
In einer ersten Stellungnahme, die Bürgermeister Rudolf Koger weitergeleitet hat, haben die Basler Verkehrsbetriebe den Vorschlag abgelehnt und verweisen auf den enormen technischen Aufwand, der notwendig wäre, um bei der einspurigen Verkehrsführung die Sicherheit für die Tram zu garantieren. Zudem befürchten sie, dass der Spurwechsel der Tram für Fußgänger zu Irritationen führe, weil die wegen der beiden Gleise intuitiv davon ausgingen, dass die Tram jeweils auf der rechten Spur fährt. Überzeugen lassen hat sich Eger von diesen Einwänden allerdings nicht. Für ihn überwiegen die Vorteile, was er den Vertretern der BVB und der Stadt denn auch in Kürze bei einem Ortstermin, zu dem sie sich verabredet haben, schmackhaft machen will.

Autor: Ulrich Senf