Wenn die Damen auf die Pauke hauen

sed

Von sed

Fr, 16. Februar 2018

Weil am Rhein

Das Frauenrecht gehört zwar nicht zur schwäbisch-alemannischen Fasnacht, hat sich in Weil am Rhein aber dennoch fest etabliert.

WEIL AM RHEIN (nos). Auf den Aschermittwoch haben die Frauen ein Jahr gewartet – endlich konnten sie, die sich ansonsten vornehm in der Öffentlichkeit zurückhalten, ihr eigenes Fest feiern und einmal so richtig auf die Pauke hauen. Im voll besetzten Gewölbekeller des alten Rathauses feierten die Besucherinnen und Besucher wieder gut gelaunt das "Frauerächt" der Rätschgoschen.

Obwohl das "Frauerächt" in der alemannischen Fasnacht keine Tradition hat, hat sich die Veranstaltung in Weil am Rhein fest etabliert und verbreitete am Mittwoch in der 45. Auflage erneut beste Stimmung und gute Laune.

Schon wenige Minuten, nachdem die Oberrätsche Birgit Hinze-Rauchfuss den Abend eröffnet hatte, war die Tanzfläche proppenvoll. Für die passende Partystimmung sorgte die Eimeldinger Band J.B.C., die im Gewölbekeller mit einer bunten Mischung aus Fasnachtshits, Schlagern, Oldies und Rock den Feiernden einheizte, während oben im Foyer an der Bar sich zahlreiche Gäste bei CD-Musik und alkoholischen Getränken vergnügten. Auch Männer waren dieses Mal wieder zahlreich erschienen.

Mit einem erlebnisreichen Vortrag über die "Waltraud vo Altwil", die lieber einen Mann als Schokolade hätte, machte Sabine Iles den Auftakt und hob die ohnehin schon gute Stimmung merklich an. Die junge Waltraud hatte viel Pech mit den Männern. Bei der Partnersuche lernte sie denn auch eine breite Palette an Mannsbildern kennen, die sich alle als Hallodris erwiesen. Die Zuhörerinnen waren begeistert und sparten nicht mit Applaus.

Die Schnitzelbanksänger Peter Müller und Stefan Arndt, bekannt als die Lachsfrässer, sowie ihr Helgendrüller Heiko Dudzig setzten mit ihren gelungenen Vorträgen über die "dütsche" Kicker des FC Friedlingen, den US-Präsidenten Trump oder das Straßenfest noch eins drauf. Die "Balletttänzer" der Alten Fabriknäschtclique schossen im Anschluss daran den Vogel ab. Mit ihrem Tanz zur Filmmusik "Sister Act" strapazierten sie die Lachmuskeln der Anwesenden ganz gewaltig, und die erklatschten sich auch prompt eine Zugabe. Die Guggemusik Zinke-Waggis brachte mit ihren fetzigen Tönen schließlich den alt ehrwürdigen Gewölbekeller zum Kochen.

Aber auch nach Ende des Programms wurde noch kräftig bis in die späte Nacht hinein gerätscht und getanzt. Für die teilnehmenden Narren war der Abend der stimmige Auftakt in die Fasnacht, die in Weil bekanntlich erst an diesem Wochenende ihren Höhepunkt erlebt.