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14. Mai 2011
Wie man ein Auto mit einem Luftballon antreibt
Lorenz Eberhardt ist nicht nur ein talentierter und erfolgreicher Musiker, sondern fühlt sich auch in den Naturwissenschaften wohl.
WEIL AM RHEIN (nn). Wo andere längst abwinken und den Kopf schütteln, da fängt für Lorenz Eberhardt der Spaß erst an. Der 16-jährige Schüler besucht die zwölfte Klasse am Kant-Gymnasium und hat nicht nur ein ungewöhnliches musikalisches Talent, das ihm schon mehrere hervorragende Plätze beim Wettbewerb "Jugend musiziert" beschert hat, sondern fühlt sich auch in den Naturwissenschaften wie ein Fisch im Wasser. Und deshalb darf er im Juli nun Deutschland beim Physikweltcup im Iran mitvertreten.
Der in Russland entstandene Wettbewerb findet heuer im 24. Jahr statt, fünfmal ist bislang das deutsche Team als Sieger von dem wettbewerb heimgekehrt, bei dem sich junge Leute, meist männlichen Geschlechts, mit Aufgaben befassen, die Otto-Normalbürger nur staunen lassen. Lorenz Eberhardt weiß das und fügt deshalb, als er seine Aufgaben vorstellt, jeweils den Halbsatz an, "das klingt jetzt eher langweilig." Doch für den passionierten Physikus aus Weil am Rhein ist alles hochinteressant.
Zu der Ehre, ins deutsche Team berufen zu werden, ist der 16-Jährige eher zufällig gekommen. Sein Freund Stefan Vierke aus Lörrach-Stetten war früher schon mal mit von der Partie und lud den Weiler ins Lörracher Schülerforschungszentrum Phänovum ein, wo sich Lorenz Eberhardt gleich pudelwohl fühlte. Seit Beginn dieses Schuljahrs geht er dort regelmäßig ein und aus. Phänovumleiter Hermann Klein hat ihn dann mit dem Physikweltcup vertraut gemacht. Weil er im Iran stattfindet, haben sich nur sieben Nachwuchs-Physiker für einen der fünf Plätze im deutschen Team beworben. Die Wahl sei dann eben auf ihn gefallen.
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Vor dem Wettstreit müssen die fünfköpfigen Teams 15 Aufgaben bearbeiten. Ihre Ergebnisse präsentieren sie dann im Juli in Teheran. Ein anderes Team prüft die Argumentation auf Herz und Nieren und versucht, Schwachstellen zu finden. Eine internationale Jury bewertet alle Auftritte, und wer am Ende die meisten Punkte einheimst, ist Sieger.
Im deutschen Team bereitet jeder Teilnehmer drei Aufgaben vor. Lorenz Eberhardt beschäftigt deshalb etwa die Frage, unter welchen Umständen ein Klebeband besonders gut klebt, wie man ein Auto, das lediglich von einem Luftballon angetrieben wird, besonders effizient konstruieren kann, und schließlich, weshalb Körner wie etwa Senfsamen in einer Ampulle Haufen bilden, wenn man sie vibrieren lässt. Das klingt zwar keineswegs langweilig, aber auf jeden Fall unlösbar. Doch das sieht Lorenz Eberhardt ganz anders. Erst gestern arbeitete er wieder den ganzen Nachmittag im Phänovum, um der Lösung der Probleme und zugleich dem großen Ziel näher zu kommen, das deutsche Team erneut zum Sieg über die bislang angemeldeten 24 weiteren Teilnehmer zu führen. Ob das gelungen ist, wird man am 31. Juli wissen.
Autor: nn
