Zentrum der offenen Türen

Hannes Lauber

Von Hannes Lauber

Fr, 17. Juli 2015

Weil am Rhein

Todtnauer Büro gewinnt Architektenwettbewerb zur Neugestaltung der Johannes-Gemeinde.

WEIL AM RHEIN. Der Architektenwettbewerb für den Umbau des evangelischen Gemeindezentrums an der Johanneskirche ist entschieden. Am Mittwoch hat sich die Jury mit 8:1 Stimmen auf den Vorschlag des Architekturbüros Thoma Lay Buchler aus Todtnau verständigt. Im nächsten Schritt muss nun die Stadt den Bebauungsplan für das Areal aufstellen, auf dem der Investor Heri auch vier Wohnhäuser plant. Pfarrer Walter Baßler rechnet mit einem Baubeginn für das Gemeindezentrum im Sommer kommenden Jahres.

Der unter sechs Wettbewerbsbeiträgen von der neunköpfigen Jury ausgewählte Vorschlag sieht vor, westlich an die Johanneskirche einen großen Gemeindesaal anzubauen, der durch eine Trennwand in zwei Säle mit 80 und 48 Quadratmeter aufgeteilt werden kann. Südlich schließt sich ein Foyer mit einer Fläche von knapp 70 Quadratmetern an, über das sowohl die Säle als auch der östlich angrenzende Kirchenraum zu erreichen sind. Einen Eingang direkt von außen in die Kirche gibt es dann nicht mehr. Westlich vom Foyer liegen eine Küche (30 Quadratmeter), ein Abstell- und ein Technikraum (15 qm), Toiletten (18 qm) sowie südwestlich ein Besprechungs- und ein Gruppenraum (24 und 30 qm).

Entsprechend dem Motto "Gemeinde der offenen Türen" haben die Architekten das Gemeindehaus sehr transparent angelegt. Das Foyer ist zur Schillerstraße komplett verglast, die Gemeindesäle haben auf der Nordseite eine breite Glasfront. Vom Foyer sind die Säle durch eine mobile Wand getrennt. Wird sie geöffnet, ergibt sich ein freier Blick von der Schillerstraße durch das ganze Gebäude auf das nördlich anschließende Parkgelände.

Außerdem wird der Kirchenraum optisch geöffnet. Die südwestliche Ecke wollen die Architekten dazu komplett verglasen und so einen freien Blick in den Sakralraum ermöglichen. Kirche und Foyer erhalten gewissermaßen einen "durchsichtigen" Charakter, was laut Baßler die Jury unter Vorsitz von Professorin Myriam Gautschi aus Karlsruhe sehr positiv beeindruckt hat.

Positiv bewertet wurde schließlich auch, dass der Vorschlag des Todtnauer Büros es ermöglichen wird, den gesamten alten Baumbestand auf dem Gelände zu erhalten.

Der Gehweg entlang der Schillerstraße verläuft künftig direkt an der Straße und nicht mehr auf dem Grundstück der Kirchengemeinde. Damit wird es möglich, vor dem Zentrum entlang der Schillerstraße neun Senkrechtparkplätze anzulegen. An der Bühlstraße kommen fünf weitere und ein Behindertenparkplatz hinzu. Außerdem ist ein größerer Fahrradabstellplatz geplant.

Wann die Johannesgemeinde mit der Umsetzung dieser Pläne beginnen kann, ist noch ungewiss. Die Stadt muss nun zunächst einen Bebauungsplan für das Grundstück verabschieden, der sowohl die geplante Wohnnutzung auf dem westlichen und nördlichen Teil des Areals, wie auch den Bau des Gemeindezentrums auf der südöstlichen Ecke regelt.

Pfarrer Baßler äußerte sich mit dem Ergebnis des Wettbewerbs am Donnerstag hoch zufrieden. Das siegreiche Konzept sei "genial". Der Wettbewerb habe sich bewährt, die Kosten von mehreren zehntausend Euro seien auf jeden Fall gerechtfertigt: "Obwohl wir anfangs Zweifel hatten, ob bei einem Wettbewerb mehr herauskommt, als man auch so erreichen kann, muss ich nun sagen, das hat sich gelohnt." Und so sähen das auch die übrigen Jury-Mitglieder.