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04. März 2009 18:29 Uhr

Norbert Hagemann führt seit 25 Jahren die Kant-Gönner

"Zuspruch erhält, wer etwas leistet"

Der Förderverein des Kant-Gymnasiums feiert am Freitag sein 25-jähriges Bestehen. Die Erfolgsgeschichte des Vereins ist auch die Geschichte von Norbert Hagemann, der dem Förderverein seit der Gründung vorsteht – und das auch noch eine Weile tun will .

  1. Steht seit der Gründung an der Spitze des Fördervereins des Kant-Gymnasiums: Norbert Hagemann Foto: Hannes Lauber

BZ: Herr Hagemann, heute gibt es Fördervereine wie Sand am Meer, doch 1984 war das außergewöhnlich. Was gab damals Anlass, sich über die Förderung des Gymnasiums Gedanken zu machen?

Hagemann: Elternbeirat und Vertrauenslehrer hatten drei Defizite ausgemacht. Zum einen konnten Wünsche nicht erfüllt werden, weil der Schuletat das nicht zuließ. Dann war der Zusammenhalt zwischen Schulleitung, Schülern und Eltern nicht der beste. Schließlich gab es in der Schule Aktivitäten, die nicht die verdiente Anerkennung fanden, weil sie außerhalb nicht registriert wurden.

BZ: Die Analyse der Situation ist aber nur der erste Schritt, wie kam es zu der Idee, einen Förderverein zu gründen?

Hagemann: Weil ich das vom Gymnasium in Neuss schon kannte. Dort waren aber vor allem ehemalige Schüler die Träger. Am "Kant" wollten wir, um die Schulgemeinschaft zu stärken, vor allem Eltern und Schüler einbeziehen. Deshalb gehörten deren Vertreter von Anfang an dem Vorstand an.

BZ: Und 1984 ging’s dann los...

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Hagemann: … nein, 1982. Wir haben uns sehr viel Zeit mit der Werbung von Förderern gelassen, ehe wir den Verein gründeten. Dafür hatten wir dann schon nach einem halben Jahr 100 Mitglieder und konnten einiges bewirken. Das war wichtig: Denn Zuspruch bekommt der Verein nur, wenn er auch Leistung bringt.

BZ: In den 80er-Jahren haben Sie mit vielen Veranstaltungen und Aktivitäten den Förderkreis bekannt gemacht. In den 90ern wurde es ruhiger um den Verein.

Hagemann: Ja, aber das war ein gutes Zeichen. Unsere Arbeit hat eine Eigendynamik entwickelt. Ideen und Anstöße kamen von Eltern und Schülern und die haben sich auch um die Umsetzung gekümmert. Wir konnten uns auf die finanzielle Förderung beschränken.



BZ:
In den letzten Jahren sind sie aber wieder mehr in den Vordergrund getreten.

Hagemann: Das stimmt. Mit dem Wachsen der Schule hat sich immer mehr gezeigt, dass bestimmte Aufgaben, die eigentlich Sache der öffentlichen Hand wären, von ihr nicht so schnell, wie wir das wünschten, zu realisieren waren. Deshalb sind wir selbst aktiv geworden und finanziell in Vorlage gegangen. Ich denke an die Schulbücherei, die wir finanziert und mit Personal ausgestattet haben, oder die Hausaufgabenbetreuung, die wir seit fünf Jahren kostenlos anbieten.

BZ: Und auch beim Mittagstisch war der Förderverein beteiligt.

Hagemann: Den hatten wir als Cafeteria schon lange in Vorbereitung, weil wir im Gegensatz zur öffentlichen Hand die Entwicklung hin zum ganztägigen Schulbetrieb vorhergesehen haben. Realisieren ließ sich das Vorhaben aber erst mit dem Humboldt-Neubau.

BZ: Der Förderverein als Wegbereiter neuer Ideen – sozusagen.

Hagemann: Ja, durchaus. Wir haben häufig Dinge vorfinanziert, von deren Bedeutung für den Schulbetrieb man sich dann erst mit der Zeit überzeugt hat. Dazu gehören Klassenschränke und Schließfächer.

BZ: Das hört sich alles nach viel Zuspruch an. Schlägt sich das auch in den Mitgliederzahlen nieder?

Hagemann: Ich finde schon. Wir haben nun 720 zahlende Mitglieder, die meisten davon sind Eltern von Schülern. Den größten Sprung gab’s übrigens, als wir vor fünf Jahren die Hausaufgabenbetreuung einführten. Wie ich schon sagte: Zuspruch erhält nur, wer etwas leistet.

BZ: Und welche Leistungen wollen die Kant-Förderer in den nächsten Jahren einbringen, um weitere Mitglieder zu gewinnen?

Hagemann: Ich sehe drei Bereiche. Das Geld, das das Land für die Hausaufgabenbetreuung bereit stellt, reicht nicht aus. Wir wollen das Angebot weiter ausbauen. Wichtig scheinen uns zudem Fortbildungsangebote für Eltern und Lehrer. Schließlich muss man die Ganztagsversorgung ausbauen. Dazu gehören Freizeitangebote über Mittag und die Anpassung der Kantine an den größer werdenden Bedarf.

BZ: Aber die Stadt baut ein zweites Gymnasium. Dann sollte die Kantine doch ausreichen.

Hagemann: Ich denke, dass die Schülerzahlen auch nach der Eröffnung des neuen Gymnasiums weiter steigen, weil die Übergangsquote in Weil am Rhein noch längst nicht den Landesschnitt erreicht hat. Außerdem zwingt das G8-Gymnasium die Schüler vermehrt, ganztags in der Schule zu sein. Unsere Kantine ist dafür noch nicht ausgelegt.

BZ: Vor der Lösung dieser Probleme feiert der Förderverein nun morgen erst einmal sein 25-jähriges Bestehen. Gab es in diesen Jahren etwas, das sich wie ein roter Faden durchgezogen hat?

Hagemann: Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Schulleitung und Elternvertretung – sie war die Grundlage unseres Erfolgs.

BZ: Fragt sich am Ende nur noch eines. Wie lange bleibt Norbert Hagemann noch an der Spitze des Fördervereins?

Hagemann: Ich bin noch für ein Jahr gewählt, und amtsmüde bin ich jedenfalls nicht. Alles weitere wird sich noch zeigen.

Kant-Förderverein

Der Förderverein wurde am 6. April 1984 gegründet. Zur Gründungsversammlung kamen 58 Mitglieder. Den ersten Vorstand bildeten Norbert Hagemann, Heinz Obrecht, Horst Keller, Eva Petersik, Karin Willmann, Gabriele Höferlin, Eberhard Büser, Winfried Smacny und Gerd Zimmermann. Das 25-jährige Bestehen feiert der Verein am Freitag, 6. März, um 19.30 Uhr bei einem Festakt in der Humboldt-Halle.

Autor: nn