27. März 2009
Zwischen Reglementierung und Freiraum
WEIL AM RHEIN (BZ). Das 2007 in einigen Unterstufenklassen des Kant-Gymnasiums eingeführte Regelwerk nach Grüner hat sich weitgehend bewährt. Dies zeigte sich im Rahmen eines runden Tisches zum Thema Konfliktbewältigung, den der Elternbeirat am Montag einberufen hatte.
45 Interessierte – Lehrer ebenso wie Schüler, Eltern und die Schulleitung – kamen zu diesem Austausch und ließen sich zunächst von den Lehrern Nopper und Ehrlacher das speziell für die Verhältnisse am Kant-Gymnasium modifizierte Modell erläutern. Dieses wird in den Unterstufenklassen angewendet, wenn mindestens 60 Prozent der jeweiligen Lehrkräfte dies befürworten.
Das Regelwerk beruhe auf einem Belobigunssystem und nicht auf einem System der Bestrafung, betonten die Referenten. Werden die aufgestellten Richtlinien – etwa, nur in den Pausen die Toilette aufzusuchen, sorgsam mit Einrichtungsgegenständen umzugehen oder nicht während des Unterrichtes zu essen oder zu trinken – eingehalten, können sowohl einzelne Schüler, als auch die gesamte Klasse Joker sammeln. Ist eine gewisse Punktzahl erreicht, können dafür Belohnungen eingefordert werden – bis hin zu einem unterrichtsfreien Tag nach Wahl. Die Lehrer wünschten sich ind diesem Zusammenhang, dass die Eltern eigene Vorschläge für Belohnungen einbringen.
Die Eltern ihrerseits empfanden die Anwendung der Regeln überwiegend als positiv, tragen die Schüler Aufmerksamkeit und Ruhe doch auch mit nach Hause. Allerdings wurde zu bedenken gegeben, dass sich bei zu starker Reglementierung auch Aggressionen aufstauen könnten.
Werbung
Wie die "Endausbaustufe" dieses Modells aussehen soll, darüber konnte man sich noch nicht im Detail einigen. Jedenfalls will man das Regelwerk weiter modifizieren und an die Gegebenheiten des Kant anpassen, so dass es von Eltern, Schülern, Lehrern und Schulleitung durchgängig mit getragen werden kann. Dabei dürfe, so wurde betont, die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler in den prägenden Unterstufen aber nicht komplett einem störungsfreien Unterricht untergeordnet werden.
Die weit überwiegende Mehrheit der anwesenden Eltern und Lehrkräfte unterstrich den positiven Einfluss des Regelwerkes auf einen störungsfreien Unterricht. Deshalb wurde auch eine Fortschreibung für den Unterricht in der Mittelstufe sowie insgesamt die Weiterentwicklung zu einem schuleigenen Konzept angeregt. Dabei müsse aber auch den Sorgen und Bedenken der Kritiker Rechnung getragen werden.
Autor: bz





