A-Staffel Ost

FC RW Weilheim gewinnt Gipfeltreffen gegen VfB Waldshut mit 5:1

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Sa, 30. September 2017 um 23:31 Uhr

Kreisliga Hochrhein

Sechs Tore, ein Kung-Fu-Elfmeter und ein Platzverweis: Der FC RW Weilheim hat das Gipfeltreffen der Fußball-Kreisliga A Ost gegen den VfB Waldshut mit 5:1 gewonnen.

An Intensität mangelte es dem Gipfeltreffen nicht, auch nicht an Emotionen. Doch beim VfB war es in einer Szene zu viel an Gefühlsregung, die nach 53 Minuten zu heller Aufregung auf dem Platz führte. Der Waldshuter Dennis Schlegel hatte im Zwist gegen seinen Weilheimer Kontrahenten Fabian Zumkeller nachgetreten. Schiedsrichter Jürgen Vogelbacher zückte Rot, Schlegel reklamierte vergeblich auf einen vermeintlichen Ellenbogenschlag seines Kontrahenten.

Fotos auf FuPa Südbaden: FC RW Weilheim schlägt den VfB Waldshut mit 5:1

Die Gäste waren dezimiert, und es war an diesem Nachmittag auf dem Weilheimer Kunstrasen bezeichnend, dass sich der bisherige Tabellenführer VfB beim Rangzweiten selbst im Wege stand. Darin waren sich auch die beiden Assistenztrainer Gerd Gampp (FC) und Jochen Zuber (VfB), die ihre urlaubenden Chefs vertraten, einig gewesen. "Wir haben uns durch die Unbeherrschtheit selbst ein Bein gestellt", traf Zuber den Nagel auf den Kopf. Dass die Gastgeber das Spiel komplett zu Ende brachten, sah Gampp als ausschlaggebenden Faktor. "Der VfB hat sich selbst geschlagen", sagte Weilheims Co-Trainer. "Wir haben clever agiert und uns nicht provozieren lassen."

Waldshut mit Chancenplus und Kung-Fu-Einlage

Doch nicht nur beim Platzverweis stand sich Waldshut selbst im Weg. Dabei waren die Gäste bereits in der ersten Minute durch Oliver Atalla in Führung gegangen. Der VfB dominierte im Mittelfeld, präsentierte sich zweikampfstärker und mit dem effektiveren Offensivspiel. Daraus resultierte ein Chancenplus, allen voran Atalla bekam die Weilheimer Defensive nicht in den Griff. Waldshut nutzte allerdings seine Chancen nicht, auch weil mitunter FC-Keeper Matthias Kaiser zur Stelle war. Darüber hinaus verzeichneten die Gäste bei aussichtsreichen Angriffen noch mehrere knappe Abseitsentscheidungen.

Weilheim kam im Aufbauspiel mit dem gegnerischen Pressing oft nicht zu recht, verpasste es, "klare Bälle zu spielen. Wir waren ein bisschen zu naiv", sagte Gampp. Doch als sich Sebastian Schmidt nach perfektem Pass von Benno Huber über die rechte Seite durchsetzte, waren die Gastgeber zur Stelle: Schmidt flankte, VfB-Torhüter Tobias Elbing wehrte ab und Lucas Geng setzte den Abpraller zum 1:1 in die Maschen (17.). Nach etwas mehr als einer halben Stunde gerieten die Gäste durch einen eigenen Fauxpas in Rückstand. Ein hoher Weilheimer Diagonalball gen Strafraum, Elbing eilte aus seinem Kasten und wollte gegen Geng in Kung-Fu-Manier klären – und sprang dadurch den Weilheimer um. Den fälligen Strafstoß verwandelte Patrick Steffen zur FC-Führung.

Die Brust der Gastgeber war nun breiter, Huber zwang Elbing mit einem satten Distanzschuss zu einer Glanzparade. Der VfB schien kurz beeindruckt, um dann durch Atalla den zweiten Treffer auf dem Fuß zu haben, doch lupfte er den Ball nicht nur über Kaiser, sondern auch über den Kasten. Im zweiten Abschnitt lief für Waldshut binnen fünf Minuten schließlich alles schief: Erst scheiterte Atalla nach feiner Kombination an Kaiser, dann flog Schlegel vom Platz und Markus Flum staubte für Weilheim zum 3:1 ab. Doch gelaufen war die Partie damit nicht. "Wir haben nicht aufgegeben", lobte Zuber seine Elf, die weiter den Weg nach vorne suchte und sich Chancen erspielte. Shqiprim Kertoku, Tim Birkenheier, Vassilios Dimitriadis und Kevin Mücke scheiterten jedoch. "Am Ende haben wir sie gut ausgekontert", sagte Gampp. Erneut Markus Flum sowie Schmidt machten den 5:1-Heimsieg perfekt.

Cleverness und Effizienz machen den Unterschied

"Das war deutlich, hätte es aber nicht sein müssen", resümierte Zuber nach der ersten Saisonniederlage des VfB. Weilheim habe clever agiert und seine Chancen genutzt. Cleverness und Effizienz – dies fehlte den Gästen im Gipfeltreffen. Dass es am Ende derart deutlich wurde, lag auch am Waldshuter Bemühen, trotz Unterzahl den Rückstand wettzumachen – und entsprechende Möglichkeiten erspielte sich der VfB. Für Zuber ist jedoch ohnehin klar: Der Weg zurück in die Bezirksliga führt nur über Weilheim.

Der FC RW hat nun im Hinspiel vorgelegt, und dabei seine Heimstärke untermauert: Vier Spiele, vier Siege und 27 Tore. Gampp war umso glücklicher, als dass seine Elf das erhoffte Ziel erreichte, nämlich "Tabellenführer zu werden". Dabei sei das Unterfangen schwierig , die Mannschaft relativ jung gewesen. "Wir hatten zum richtigen Zeitpunkt auch das Glück und haben die Tore gemacht", sagte Gampp. Vor allem der unbedingte Wille, die Dynamik über Außenbahn und Zentrum hob der Weilheimer Co-Trainer hervor.

Allerdings: "Wir müssen ein bisschen stabiler werden", mahnte er mit Blick auf das frühe Gegentor. Schon beim 4:2-Sieg beim FC Grießen hatte sein Team in der Anfangsminute einen Treffer kassiert. Stabilität wird es auch brauchen, um sich wie bestrebt im oberen Feld festzusetzen. Doch ist Gampp zuversichtlich, auch weil er gegen Waldshut mehrere wichtige Spieler habe ersetzen müssen. In zwei, drei Wochen sei der FC "noch stärker". Gampp übergibt nun wieder an seinen Chefcoach Lars Müller – und das mit der makellosen Bilanz von neun Punkten aus drei Spielen.

FC RW Weilheim – VfB Waldshut 5:1 (2:1)

Weilheim: Kaiser, Stoll, Zumkeller, Huber (71. Hiss), Emmerich, Schildknecht, Schmidt, Wilms, Steffen, Flum, Geng (83. Flum).
Waldshut: Elbing, Alidemaj, Granacher, Dimitriadis, Linke, Schlegel, Atalla (55. Birkenheier), Kertoku, Rathjen, Mücke, Brzeski (58. Renz) - Trainer: Zuber
Tore: 0:1 Atalla (1.), 1:1 Geng (17.), 2:1 Steffen (34. Foulelfmeter), 3:1, 4:1 beide Markus Flum (56./72.), 5:1 Schmidt (75.).
Rot: Schlegel (53./Waldshut/Tätlichkeit).

Schiedsrichter: Jürgen Vogelbacher (Wutöschingen).

Zuschauer: 200.