Schlusslicht lässt aufhorchen

Hannes Selz

Von Hannes Selz

Di, 22. Mai 2018

Kreisliga Hochrhein

FUSSBALL-KREISLIGA A: FC Bergalingen schlägt Berau 4:1 / Weilheim rettet Remis in Nöggenschwiel.

FUSSBALL Kreisliga A. Oft hat sich der Tabellenletzte FC Bergalingen in der Rückrunde für ordentliche Leistungen nicht belohnt. Im Kellerduell gegen den SV Berau platzte beim 4:1-Sieg nun der Knoten, FCB-Trainer Oliver Baumgartner glaubt aber dennoch nicht mehr an den Klassenerhalt. Meister RW Weilheim gelang im Derby beim SV Nöggenschwiel der späte Ausgleich.

Seit der Winterpause hat der FC Bergalingen zehn von 13 Spielen verloren. Doch allein fünfmal fehlte dem Aufsteiger nur ein Tor zum Punktgewinn. Gegen Berau landete der FCB nun seinen höchsten Saisonsieg, "wir hatten endlich auch mal das Glück, dass unsere Schüsse ins Tor gegangen sind", freute sich Coach Oliver Baumgartner. Insgesamt verbuchten die Bergalinger die besseren Torchancen, Berau vergab beim Stand von 1:1 eine vielversprechende Überzahlsituation.

"Für mich kam unser Sieg nicht überraschend. Wir haben in der Rückrunde bislang sehr ordentliche Spiele abgeliefert", betonte Baumgartner und lobte den Einsatz seiner Elf: "Die Moral ist schon seit Wochen top. Wir haben im Schnitt 16 Spieler im Training, das ist schon außergewöhnlich für einen Tabellenletzten."

Bergalingen verkürzte den Rückstand auf den Drittletzten Berau auf sechs Punkte. Rang 14 könnte – bei günstiger Konstellation – über den Umweg der Relegation zum Klassenerhalt führen. Doch an den Verbleib in der A-Klasse glaubt Baumgartner nicht mehr. "Realistisch betrachtet brauchen wir mindestens neun Punkte aus den letzten vier Spielen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass uns das gelingt."

SVN-Akteur Daniel Bächle mit großem Fairplay im Derby

Der Abstieg sei jedoch kein Weltuntergang. Baumgartner richtet den Blick bereits auf die neue Saison, integrierte zuletzt mehrere Jugendspieler in den Aktivkader, die "ab dem Sommer sehr wichtig für uns werden können".

Rein mit Blick auf die Tabelle war das Duell zwischen dem SV Nöggenschwiel und dem RW Weilheim zwar ohne größere Bedeutung. Was die Kicker im Derby jedoch zeigten, war ein Fußballgenuss. "Die Rivalität zwischen den Vereinen ist groß, dies aber im positiven Sinn", betonte SVN-Trainer Mike Krüger. Für eine große Geste vor 450 Zuschauern sorgte der Nöggenschwieler Daniel Bächle. Beim Stand von 1:0 zeigte Schiedsrichter Riccardo Lombardo (Bad Säckingen) auf den Elfmeterpunkt. Doch Bächle intervenierte, er sei nicht gefoult worden, woraufhin Lombardo seine Entscheidung zurücknahm.

Die Gastgeber bauten ihre Führung kurz vor der Pause aus, "mein Team hat ein hervorragendes Spiel gezeigt, wir hatten nach dem 2:0 weitere gute Möglichkeiten", lobte Krüger. Dafür habe "Weilheim in der letzten halben Stunde aufgedreht und seine Klasse gezeigt". In der Nachspielzeit gelang den Gästen noch der Treffer zum 2:2-Ausgleich. Nach Spielende feierten beide Teams gemeinsam bis in die frühen Morgenstunden. "Es war ein klasse Derby auf hohem Niveau und ein Saisonhighlight", resümierte Krüger.

In der West-Staffel hat der TuS Lörrach-Stetten durch einen 9:0-Sieg gegen den SV Weil III den zweiten Platz gefestigt. Am Samstag gastiert der TuS bei Spitzenreiter SV Herten, doch große Hoffnungen auf den Meistertitel hat Trainer Sascha Müller nicht mehr, zu weit weg sei der SVH. Sein Ziel: Rang zwei weiter festigen. "Wir wollen in Herten gewinnen", lautet folglich Müllers Zielvorgabe.