Strobls "richtig Guter"

Winfried Dietsche

Von Winfried Dietsche

Sa, 02. September 2017

Laufenburg

CDU-Kandidat Felix Schreiner kann sich im Wahlkampf auf seinen Landesvorsitzenden verlassen.

LAUFENBURG / MURG / WEILHEIM-WALDHAUS. Wer in diesen Tagen die L 154 von Hauenstein bis Murg-Rothaus befährt, den lächelt auf den zehn Kilometern just 28 Mal Felix Schreiner an. Selbst ist der Landtagsabgeordnete und Bundestagskandidat der CDU gerade in Laufenburg und Murg nicht präsent ("Ich komme schon noch"). Die Neuauflage eines Auftritts vor der Landtagswahl 2016 mit Thomas Strobl, Landesvorsitzender der CDU und nun Baden-Württembergs Innenminister, in Rotzel stieg derweil am Donnerstagabend im Brauerei-Gasthof Waldhaus.

Auf "meinen Freund Thomas", als den Schreiner den Gast da wie dort begrüßt, ist Verlass. Waren ins Rotzler Bürgerhaus rund 60 Zuhörer gekommen, so waren es diesmal fast dreimal so viele. "Das war ein fulminanter Abend", frohlockte der 31-jährige Politiker aus Lauchringen, den es von Stuttgart nach Berlin zieht, kurz vor dem Ende nach zwei Stunden, irgendwann nach 22 Uhr. Es war (wieder) ein mit zunehmender Dauer launiges Heimspiel unter Vertrauten gewesen. Keine kritischen Frager (auch nicht einer, den Schreiner als "meinen Hausarzt" outet), stattdessen Stichwortgeber. Auch zu Themen rund um die gut plakatierte Straße durch Laufenburg und Murg.

Da ist der Weiterbau der A 98 als West-Ost-Verbindung. Dass der Abschnitt um Laufenburg und Murg "145 Millionen ungrad’" gekostet habe, zeige zwar, wie "relativ kompliziert" der Straßenbau "in einer spannenden Landschaft" sei. Aber: "Den Satz: ,es gibt kein Geld‘, können Sie aus dem Vokabular streichen." Was den Anschluss ans Rothaus von Bad Säckingen her und von Hauenstein gen Waldshut angeht, "müssen wir überlegen, was wir als Region wollen", sagt Schreiner. "Wir brauchen eine Planung."

Dann sind da die beiden Spitäler links und rechts von Murg und Laufenburg. Der Kandidat ("Es ist zu kompliziert, um das jetzt in wenigen Minuten abzuräumen") verweist darauf, dass die GmbH mit den Häusern in Bad Säckingen und Waldshut "pro Monat eine Million Miese" mache. Darob sei "sehr verantwortungsvoll" der Neubau eines zentralen Hauses als langfristige Lösung auf den Weg gebracht worden. Bis dahin gelte es, einerseits die Versorgung sicherzustellen und andererseits zu "versuchen, Vertrauen zurückzugewinnen".

Einen dritten Punkt stellt Schreiner immer wieder in den Mittelpunkt: den Ausbau der Breitbandversorgung für schnelles Internet bis zum "letzten Schwarzwaldhof". Dass schon mehr als 40 Millionen Euro an Fördermitteln in die Region geflossen seien, schrieb der CDU-Kreisvorsitzende sogleich Strobl als Minister auch für Digitalisierung zu. Der wiederum nahm den Pingpongball des gegenseitigen Lobs gerne auf, versprach eine Aufstockung der Mittel auf insgesamt eine Milliarde, "weil ja der Felix das ganze Geld schon für seine Region abgeholt hat". "Kein Zweiter ist mit seinem Landrat und seinen Bürgermeistern deswegen so bei mir auf der Matte gestanden." Laufenburg, Murg und Albbruck haben sich da vor zwei Monaten bekanntlich als "Die drei Musketiere" in Position gebracht, die zur Planung des Backbone-Netzes des Kreises gemeinsam ihren individuellen Masterplan in Auftrag gegeben haben. In Stühlingen indes treffen sich Schreiner und Strobl in dieser Sache bald wieder: zum Backbone- Spatenstich am Samstag, 16. September.

Der Zürcher Fluglärm und eine "gottgesegnete Gegend"

Die abendliche Tour d’Horizon reicht dann noch vom Zürcher Fluglärm bis zu den Möglichkeiten für Handwerksbetriebe, Flüchtlinge einzustellen. Strobl wirbt am Ende eines landespolitischen Exkurses dafür, dass "eine gottgesegnete Gegend" doch nun auf die Vertretung ihrer Interessen durch Schreiner ("Da habt Ihr einen richtig Guten") in Berlin setzen möge. "Es ist verdammt wichtig, dass Sie alle mithelfen", lautet der Schlussappell des Kandidaten vor der Heimfahrt vorbei an ungezählten eigenen Wahlkonterfeis.