Von der Liga unterfordert

Werner Hornig

Von Werner Hornig

Fr, 09. März 2018

Bezirksliga Hochrhein

BEZIRKSLIGATIPP: Befindet sich Torjäger Sandro Knab mit Spitzenreiter SV 08 Laufenburg schon in meisterlicher Verfassung?.

FUSSBALL Bezirksliga. Er ist ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Beim SV 08 Laufenburg schätzen sie sich bis heute glücklich, dass sie einen Sandro Knab im Kader haben. Ausgebildet wurde er zeitweise beim SC Freiburg, mit der A-Jugend des Sportclub gewann er den DFB-Pokal – in Berlin, durch ein 2:1 gegen Hertha BSC, an der Seite von Matthias Ginter und Sebastian Kerk. Heute macht Knab bei den Nullachtern in der Bezirksliga den Unterschied. Am Ende dieser Saison soll der direkte Wiederaufstieg für das Team von Trainer Michael Wasmer stehen. Für die BZ tippte Sandro Knab vor dem Start der Laufenburger in die Frühjahrsrunde den Spieltag.

Ein Blick zurück lohnt sich: Der heute 24-jährige Weilheimer bestritt für den SC Freiburg einst sieben Partien in der Regionalliga, und "nur aufgrund diverser Verletzungen war es ihm nicht möglich, seine Profikarriere zu verwirklichen", teilte der Laufenburger Pressebeauftragte Jürgen Rudigier bei Knabs Rückkehr vor rund drei Jahren mit. Beim Sportclub hatte Knab die U-17- und die U- 19-Teams durchlaufen, war von Christian Streich trainiert worden, 2012 habe er bei den Breisgauern einen Zweijahresvertrag erhalten. Für die A- und B-Junioren des SCF absolvierte der offensive Mittelfeldspieler letztlich 50 Bundesligaspiele, mit zeitweise sehr guter Perspektive.

Nun ist er in der dritten Saison zurück bei den Laufenburgern und bis heute wirkt er von dieser Liga zuweilen unterfordert. Vor dieser Saison hatte Knab, der unumstrittene Torjäger des SV 08, erklärt, doch wieder für die Nullachter aufzulaufen, nachdem er sich nach dem Abstieg aus der Landesliga bereits abgemeldet hatte, wohl auf höherklassige Angebote spekulierend. Die blieben nicht aus. So war der FC Wohlen aus der Schweizer Challenge League an ihm dran, der Club zeigte großes Interesse an einer Verpflichtung. Doch komplett überzeugt war Knab nicht, und so sagte er den Nullachtern für die laufende Saison doch noch zu.

Der gebürtige Weilheimer startete bei seinem Heimatverein FC Rot-Weiß seine Karriere als Fußballer, wechselte zunächst nach Laufenburg, ehe er sich der U 17 des SC Freiburg anschloss. Sein sportlicher Weg führte ihn dort bis in die Regionalliga Südwest. Seine sieben Einsätze, stets nur eingewechselt, waren ihm zu wenig, es ging wieder zurück nach Laufenburg, wo er der mit Abstand auffälligste Akteur ist.

Auch aktuell erlebt er eine starke Saison. Trotz einer längeren Verletzungspause zu Beginn der Saison ist Knab mit 14 Toren bester Torjäger. "Ab und zu zwickte der Rücken. Da musste ich länger pausieren. Das habe ich jetzt in den Griff bekommen, und es läuft gut." Laufenburg steht an der Tabellenspitze und vor der Rückkehr in die Landesliga. "Mir macht es hier wieder richtig Spaß. Es passt einfach, ich fühle mich wohl", sagt der Linksfuß. Ob die Nullachter allerdings auch in der kommenden Saison weiter auf Einsätze ihres Schlüsselspielers hoffen dürfen, dahinter steht auch jetzt wieder ein Fragezeichen. "Ich möchte schon noch einmal höherklassiger spielen", sagt Knab. "Diese Runde spiele ich hier noch zu Ende. Ich habe dem Verein noch nicht zu- oder abgesagt. Das wird sich in den nächsten Wochen entscheiden", sagt Knab, der eine Ausbildung zum Fitnesstrainer abgeschlossen hat.

Er könne sich durchaus vorstellen, bei höherklassigen Vereinen auch als Athletiktrainer einzusteigen. Seine volle Konzentration gilt jedoch zunächst weiter dem SV 08, mit dem er das Optimum erreichen möchte. Heißt: Rückkehr in die Landesliga. Und vielleicht ja auch der Sieg im Bezirkspokal, dort gastieren Knab & Co. im Viertelfinale am Ostermontag beim SV Jestetten.

Nach den ersten Spieltagen war von derart verlockenden Aussichten noch nicht viel zu erahnen. "Zu Beginn lief es nicht optimal für uns", blickt Knab zurück. Nur zwei Siege holte der Landesliga-Absteiger aus den ersten sieben Partien – Rang 13. Nach dem Abstieg "mussten wir uns erst finden", so Knab.

Und die Nullachter haben sich gefunden, "wir haben das glänzend hinbekommen". Mit neun Siegen aus den letzten zehn Partien hievte sich Laufenburg an die Tabellenspitze. Beim letzten Spiel vor der Winterpause, dem 5:2 gegen den FC Wehr, stach Knab heraus: zwei Tore, drei Vorlagen. Und ihre Form scheinen die Laufenburger in der Winterpause konserviert zu haben. Sie gewannen alle vier Testspiele, schlugen unter anderem die Landesligisten FSV Rheinfelden (2:1) und FC Tiengen (6:0).

Knab rechnet jedoch mit einer spannenden Saison, und der Blick auf die Tabelle untermauert seine Prognose: Mit 34 Zählern liegen die Nullachter an der Spitze, punktgleich mit dem SV Buch, FC Wittlingen und FV Lörrach-Brombach II. Und selbst das Duell am Samstag mit dem Tabellensechsten FC Erzingen ist ein Spitzenspiel, die Klettgauer liegen nur drei Zähler hinter Laufenburg.

"In den nächsten sechs bis sieben Wochen wird sich aber wohl die Spreu vom Weizen trennen", ist sich Knab sicher. Dann blieben vielleicht zwei, drei oder vier Teams übrig, die den Aufstieg unter sich ausspielen. "Und da wollen wir dabei sein", sagt Knab und tippt den 21. Spieltag:
SV 08 Laufenburg – FC Erzingen: Es wird wohl eine Partie auf Augenhöhe werden. Aber ich schätze uns einen Tick stärker ein. Deshalb ein 3:2 für uns.
FC Schlüchttal - FC Wallbach: Schlüchttal sollte man nie abschreiben, aber Wallbach ist die bessere Mannschaft – 1:3.
FC Geißlingen - FV Lörrach-Brombach II: Normalerweise sollte es kein Problem für den FVLB werden, aber Geißlingen traue ich eine Überraschung zu: 2:2.
FC Schönau – VfR Bad Bellingen: Die Gäste sind in Schwung gekommen. Schönau hat noch Probleme. 4:2 für den VfR.
SV Weil II – Spvgg. Brennet-Öflingen: Die Weiler Reserve wird den Schwung nach dem 2:1-Sieg beim FVLB II mitnehmen. Brennet hat sich gefangen, aber Weil gewinnt mit 3:2.
SV Buch – FC Wittlingen: Die Bucher spielen eine überragende Saison. Obwohl Wittlingen auch im Aufwind ist, wird sich der Heimvorteil auszahlen – 2:1.
FC Wehr – SV Jestetten: Beide Teams bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau. 2:2.
TuS Efringen-Kirchen – Bosporus FC Friedlingen: Ich traue den Efringern zu, dass sie sich noch retten können. Gegen Bosporus gelingt dem TuS der erste Heimsieg der Saison: 4:1.