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04. April 2009
WEINKELLER: Edle Tropfen, gute Politik
Gestern hat Angela Merkel Barack Obama bei seiner ersten ausgedehnteren Europa-Tour als amerikanischer Präsident in Baden Baden empfangen. In der Stadt also, in deren Namen unsere Weinregion gleich als Doppelpack untergebracht ist. Ich hoffe, dem Mister President werden bei den diversen Verköstigungen im Rahmen des Treffens auch die entsprechenden Kostproben unserer wunderbaren Weine angereicht. Denn, halleluja, wir haben wieder einen amerikanischen Präsidenten, der Wein zu schätzen weiß. Das habe jetzt nicht ich so ausgedrückt, sondern so ähnlich hat es mir unlängst Jim Clendenen zugerufen, als wir uns mal wieder getroffen haben. Was sein Äußeres angeht, erinnert mich Jim mit seinen blonden Zottelhaaren immer ein bisschen an den Deep-Purple-Drummer Ian Paice. Tatsächlich macht er aber keine laute Musik, sondern Weine, die ganz großartig schmecken, dabei aber ohne Pauken und Trompeten daherkommen. Was umso mehr zu honorieren ist, weil das nicht zu den Selbstverständlichkeiten zählt in seiner kalifornischen Heimat. Jim, der auf seinem Weingut Au Bon Climat in Santa Barbara County Pinots Noires und Chardonnays von internationaler Güte macht, ist übrigens überzeugt, dass ein Weintrinker als Präsident auch für die Aussicht auf eine menschlichere Politik steht.
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Der Abstinenzler George Walker Bush dient dabei als Beleg im Umkehrschluss. Aber so weitreichende Spekulationen wollen wir hier gar nicht anstellen. Sondern zum Schluss an einen deutschen Präsidenten erinnern, der ebenfalls sehr beliebt war und Wein mochte. Weshalb von Theodor Heuss auch das Bonmot überliefert ist: "An einer guten Rede habe ich schon eine Flasche lang geschrieben."
Der Autor ist Winzer, Kellermeister und Geschäftsführer des Restaurants/Weinguts "Schwarzer Adler" in Oberbergen, Kaiserstuhl.
Autor: Fritz Keller
