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08. August 2009
WEINKELLER: Kribbeln zum Saisonstart
Jetzt beginnt es wieder zu kribbeln. Ich meine jetzt nicht nur das Fußballfieber – auch wenn der SC Freiburg morgen gegen den Hamburger SV ins Bundesliga-Rennen geht. Ich meine auch das saisonbedingte Winzer-Kribbeln über die Wetterentwicklungen. Jetzt liegen nämlich die Wochen vor uns, in denen es noch mal drauf ankommt. Viele denken ja, der Wettergott hätte nach dem bisherigen Sommerverlauf eine Gelbe Karte verdient, mindestens. Aber Vorsicht, die Traubenreife ist im Moment sogar schon eine Woche weiter als zum gleichen Zeitpunkt des letzten Jahres. Man sieht das unter anderem daran, dass die Spätburgunder-Trauben in den guten Lagen schon eingefärbt sind.
Dass trotzdem viele – gefühlt – an ein Schlechtwetter-Jahr glauben, hat vermutlich einiges mit den Niederschlagsmengen im Juli zu tun, die mit mehr als 100 Liter pro Quadratmeter doppelt so groß waren wie in früheren Jahren. Dabei vergisst man dann leicht, dass wir im April schon eine richtige Trockenperiode hatten. Insgesamt kann es, wenn das Wetter in den nächsten Wochen mitspielt, noch ein richtig tolles Weinjahr werden. Die Faustregel dafür: Je näher die Lese rückt, desto mehr tun geringe Niederschläge und viel Sonne gut – und kühle Nächte. Die Angst davor, dass es gerade andersrum kommen könnte, ist hier in der Region fast manisch, seit es im August und September 2006 unfassbar viel regnete und die Nächte viel zu warm waren. Da haben auch die zwei sehr guten Folgejahre die Wunde noch nicht ausheilen können. Drücken wir in diesen kribbeligen Zeiten also die Daumen: dass der SC einen guten Start in die Saison hat und die Reben ein gutes Saisonfinale – und wir nach der Lese auf beides anstoßen können.
Der Autor ist Winzer, Kellermeister und Inhaber des Restaurants/Weinguts "Schwarzer Adler" in Oberbergen, Kaiserstuhl.
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Autor: Fritz Keller
