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11. Juli 2009
BZ-Dossier: 40 Jahre Mondlandung
Wie lebt es sich nach dem Mondkalender?
Heute ist, glaube ich, ein Wassertag. Das bedeutet: Bei Pflanzen, die Wasser brauchen, ist die Wirkung besonders gut, wenn ich sie heute wässere. Jedenfalls wenn ich an den Mondkalenders glaube. Der ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Winzern, die nach den Grundsätzen des biodynamischen Landbaus wirtschaften, der auf den Lehren des Anthroposophen Rudolf Steiner basiert. Dabei kommen dann nicht nur natürliche Mittel zur Bearbeitung und Pflege von Boden und Pflanzen zum Einsatz; darüber hinaus glauben die Verfechter des biodynamischen Weinbaus, dass es für die unterschiedlichen Arbeiten im Weinberg und Keller besonders günstige oder eben auch besonders ungünstige Mond-Phasen gibt. Genauere Auskunft darüber gibt der Mondkalender. Natürlich bewegt sich all das schon deshalb in den Randbereichen der Esoterik, weil diese Theorien meines Wissens nicht wissenschaftlich belegt sind. Trotzdem bin ich weit davon entfernt zu sagen, wer sich bei seiner Arbeit als Winzer nach dem Mond richtet, der ist hinter ihm daheim. Das verbietet sich schon deshalb, weil es viel zu viele Winzer gibt, die sich auf Steiners Prinzipien berufen und dabei ganz großartige Weine machen. Jean Michel Deiss im elsässischen Bergheim zum Beispiel oder Phillip Wittmann im rheinhessischen Westhofen; und natürlich Nicola Joly vom legendären Weingut La Coulée de Serrant im Loiretal, den vielleicht charismatischsten Pionier des biodynamischen Weinbaus. Und das, wie gesagt, sind nur ein paar seiner herausragenden Protagonisten.
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Man darf mir also glauben: Ich hätte im übertragenen Sinne schon manchen Winzer gerne mal auf den Mond geschossen, aber keinen, weil er vom Einfluss des Mondes auf den Weinbau überzeugt war.
Der Autor ist Winzer, Kellermeister und Inhaber des Restaurants/Weinguts "Schwarzer Adler" in Oberbergen, Kaiserstuhl.
Autor: Fritz Keller
