Weitere Stromzapfsäule in Kirchzarten

Markus Donner

Von Markus Donner

Mi, 25. Juli 2018

Kirchzarten

Die Energie- und Wasserversorgung GmbH fördert die elektrische Mobilität und schafft gleich ein eigenes E-Fahrzeug an.

KIRCHZARTEN. Hören Sie was? Riechen Sie was... merken Sie was? Diese Fragen richtet die Energie- und Wasserversorgung Kirchzarten GmbH (EWK) jetzt an alle Passanten, wenn diese einen bunt lackierten Pkw mit dem Firmenlogo des städtischen Dienstleistungsunternehmens im Straßenverkehr erblicken. Mit diesem sind künftig nicht nur die EWK-Mitarbeiter, sondern auch die Angestellten aus dem Rathaus dienstlich unterwegs – elektrisch.

Am Dienstag wurde auf dem Parkplatz an der Friedhofstraße nicht nur der nagelneue, bunt beschriftete Renault Zoe 400 life präsentiert, sondern gleich noch eine passende Tankstelle offiziell in Betrieb genommen. Bürgermeister Andreas Hall, der fortan hin und wieder auch selbst mal im neuen Dienstfahrzeug unterwegs sein wird, bekam von EWK-Geschäftsführer Arnd Frieling und dessen Mitarbeiterin Jessica Monse gleich an Ort und Stelle eine Einweisung in die Bedienung des Fahrzeugs. Und nicht minder wichtig: Wie man an der neuen öffentlichen Elektro-Zapfsäule Strom tankt. Wie das mit dem Stecker an dem langen Kabel geht, konnte der Rathauschef auch gleich am E-Smart der Badischen Zeitung testen, der an der neuen E-Ladesäule parat stand.

"Die umweltfreundliche elektrische Mobilität möchten wir aktiv fördern", erklärte EWK-Geschäftsführer Arnd Frieling. Im Rathaus wird diese Initiative unterstützt, wie Bürgermeister Hall versicherte. Er zeigte sich überzeugt, dass künftig weitere Fahrzeuge im Besitz der Gemeinde elektrisch unterwegs sein werden. Wobei er einschränkte, dass es im Bauhof oder bei der Feuerwehr noch etwas dauern dürfte, bis auch dort die E-Mobilität Einzug hält. Hier sei das Angebot der Hersteller noch sehr dürftig und das Ganze für die Gemeinde nicht wirtschaftlich. Da werde sich schon eher was im öffentlichen Personennahverkehr tun, gab sich der Rathauschef zuversichtlich. Hall will nicht ausschließen, dass alsbald schon der Dreisam-Stromer, wie sich der Kirchzartener Bürgerbus nennt, seine Antriebsenergie aus Batterien schöpfen wird. Hiervon würden alle Bürger profitieren, denn Elektrofahrzeuge fahren praktisch ohne Schadstoffausstoß.

Frieling schwärmte beim Pressetermin von der Zweckmäßigkeit der Elektrozapfsäule am Friedhofsparkplatz, die rund 15 000 Euro gekostet habe und ausschließlich von der EWK finanziert worden sei. Die Ladestation sei mit der gängigen Typ-2-Steckdose 22 kW ausgestattet und sei recht bedienungsfreundlich. Zwei Autos könnten hier gleichzeitig während des Parkens ihre Akkus laden – und zwar zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Kunden des Kirchzartener Energieversorgungsunternehmens könnten sich mit der EWK-Karte kostenlos bedienen. Die anderen E-Auto-Besitzer bezahlten ihren Strom bargeldlos – über Paypal. Dazu genüge es, mit dem Smartphone den QR-Code an der Landesäule zu scannen. Für den Ladevorgang würden dem Nutzer fünf Euro pro Stunde berechnet. Weitere Ladestationen stünden in Kirchzarten nach Auskunft der EWK noch an der Ladenpassage in der Freiburger Straße (Firma Sutter) und auf dem Parkplatz der Sparkasse.

Wenn die Zahl der Hybrid- und Elektroautos durch verbesserte Technik und schnellere Lieferzeiten der Hersteller weiter zunehme, dürfte sich auch die Zahl der Ladestationen permanent erhöhen. Hier seien dann auch Gastronomiebetriebe, der Einzelhandel und Dienstleistungsunternehmen angesprochen, diesen Service entsprechend der steigenden Nachfrage ihren Kunden anzubieten.