Absicherung

Welche Versicherungen im Alter sinnvoll sind – und welche nicht

Philipp Peters

Von Philipp Peters

Mo, 25. Juni 2018 um 14:51 Uhr

Liebe & Familie

Wenn der Ruhestand bevorsteht, ist es Zeit, die eigenen Versicherungen auf den Prüfstand zu stellen. So gibt es spezielle Tarife für ältere Menschen. Und manche Policen werden überflüssig. Ein Überblick:

Ohne diese geht es nicht:

Privathaftpflicht, Autohaftpflicht und eine Krankenversicherung sind auch im Alter ein Muss. Denn mit diesem Trio werden essenzielle Risiken des täglichen Lebens abgesichert. Die Privathaftpflicht sichert auch weiterhin gegen jede Art von Schaden ab, den man anderen Menschen zufügen kann. Von der zerbrochenen Vase über den auf dem Glatteis ausrutschenden Passanten bis zum schweren Unglück. Die Autohaftpflicht verlagert dieses Prinzip auf die Straße und ohne eine gültige Autoversicherung wird einem das Autofahren sogar untersagt.

Haustiere sind in der Regel in der Privathaftpflicht abgesichert, mit einer wichtigen Ausnahme: Hunde. Wer einen Hund hat, sollte sichergehen, dass dieser über die bestehende Haftpflichtversicherung abgedeckt ist.

Lebt man mit den eigenen Kindern unter einem Dach, so ist es möglich, eine gemeinsame Haftpflicht- und auch Hausratversicherung abzuschließen. Im eigenen Haushalt wird es allerdings wichtig, seinen Hausrat nach wie vor selbst zu versichern. Darüber hinaus sollte im Eigenheim auch auf die Gebäudeversicherung nicht verzichtet werden. Sie kommt etwa für Sturm- und Hagelschäden auf, aber auch für Schäden, die durch Feuer oder Leitungswasser entstehen. Und das ist wichtig, denn viele Häuser kommen jetzt ebenfalls in die Jahre und sind somit empfänglich für Verschleißerscheinungen wie Rohrbrüche.

Diese machen im Alter Sinn:

Sollte noch keine Pflegeversicherung vorhanden sein, ist es jetzt an der Zeit, darüber nachzudenken. Denn die gesetzliche Pflegeversicherung kommt lediglich für eine Grundversorgung auf. Pflegezusatztarife können bei privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen abgeschlossen werden.

Wer nach dem Ausscheiden aus dem Beruf zum Beispiel eine längere Auslandsreise plant, sollte nicht auf die Auslandskrankenversicherung verzichten. Sie kommt nicht nur für Behandlungskosten im Ausland auf, sondern zahlt auch den Krankentransport zurück in die Heimat. Manche private Krankenkassen enthalten diesen Schutz jedoch bereits.

Bei der Seniorenunfallsversicherung sollte man genau hinschauen. Diese bieten zum einen den Schutz, den man von einer klassischen Unfallversicherung kennt. Daneben besteht die Möglichkeit, Hilfeleistungen abzusichern wie einen täglichen Menüservice oder eine Haushaltshilfe. Viele Versicherungen zahlen jedoch nur die Organisation, nicht aber die tatsächliche Leistung. Ist das der Fall, kommt man auch mit der klassischen Unfallversicherung gut über die Runden.

Diese Versicherungen sind überflüssig:

Experten raten vor allem von der Sterbeversicherung ab. Sie wird abgeschlossen, um für die Kosten der Beerdigung aufzukommen. Faktisch sei es aber so, dass hier deutlich mehr eingezahlt wird, als die Angehörigen dann erhalten.

Und natürlich werden allen Versicherungen überflüssig, die mit der Arbeit zusammenhängen. Zum Beispiel die Berufsunfähigkeitsversicherung oder Berufsrechtsschutz. Wer nicht mehr zur Arbeit gehen muss, hat auch kein Risiko und sollte die Versicherung daher rechtzeitig zum Renteneintritt kündigen.

Ebenfalls überflüssig seien Diebstahlversicherungen für Hilfsmittel wie den Rollator. Zwar werden diese von Versicherungen angeboten. Doch tatsächlich sorgen die Kassen hier für Ersatz, solange man nicht grob fahrlässig gehandelt hat. Selbst wenn der Rollator nur verloren geht, helfen die Kassen aus. Auch die Krankenhaustagespolice kann gestrichen werden, dient sie doch vor allem dazu, eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit abzufedern.