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27. Juli 2012
Weltcup als olympische Generalprobe
Die St. Märgenerin Adelheid Morath startet am Wochenende in Val d’Isere, ist aber mit den Gedanken schon in London.
MOUNTAINBIKE. Die St. Märgener Mountainbikerin Adelheid Morath bestreitet am Samstag im französischen Val d’Isère das Weltcup-Finale. Es ist das letzte Rennen vor den Olympischen Spielen. U23-Fahrer Simon Stiebjahn aus dem Neustädter Ortsteil Langenordnach erhofft sich auf dem anspruchsvollen Kurs eine Top-Ten-Platzierung.
Adelheid Morath wirkt gut gelaunt. Am Mittwoch hatte sie im französischen Val d’Isère, wo sonst der alpine Ski-Weltcup gastiert, gerade die ersten Runden auf dem 4,9 Kilometer langen Kurs gedreht. "Die Strecke gefällt mir", meinte sie im Blick auf das Profil mit den steilen Anstiegen. Aber das dürfte nicht der einzige Grund für die aufgeräumte Stimmung sein. Es sind noch zwei Wochen bis zum olympischen Mountainbike-Rennen und Adelheid Morath scheint in der Form ihres Lebens zu sein. "Adel ist mit Sicherheit sehr gut drauf", sagt auch Ralf Schäuble, Ehemann und ständiger Begleiter von Olympiasiegerin Sabine Spitz (Murg-Niederhof), die mit Morath viele Tage im Engadin trainiert hatte."Ich habe ein gutes Gefühl", bestätigt Morath, die am kommenden Donnerstag 28 Jahre alt wird. Nach der Deutschen Meisterschaft in Bad Säckingen, wo sie mit der Silbermedaille dekoriert wurde, ging es wieder in die Höhenlage des Schweizer Engadins. Dort ging es dann an intensivere Belastungen. "In der ersten Woche ging es mir da auch nicht so besonders, aber danach lief es gut", erzählt Morath.
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Der Weg von St. Moritz nach Val d’Isère war am Dienstag zwar mit Staus gespickt und hat letztlich zehn Stunden gedauert, doch offenbar erholte sie sich rasch von den Strapazen. "Ich lasse mich überraschen, wie es am Samstag läuft, eine bestimmte Platzierung habe ich mir nicht zum Ziel gesetzt", sagt Adelheid Morath. Allerdings wäre ein gelungenes Rennen noch das i-Tüpfelchen auf dem Selbstbewusstsein, das sie nach London mitnimmt. In den Savoyen wird am Samstag (11.30 Uhr) das letzte von sieben Weltcup-Rennen des Jahres 2012 gestartet. Die Gesamtwertung spielt für Morath keine Rolle mehr. Sie liegt auf Rang 31, da sie auf einen Start bei den Weltcup-Rennen in Nordamerika verzichtet hat. Nur wenige prominente Fahrerinnen fehlen auf der Meldeliste – so wird etwa die Vize-Weltmeisterin von 2011, die Polin Maja Wloszczowska, nicht am Start sein. Sie hat sich so schwer am Sprunggelenk verletzt, dass sie auch auf die Olympischen Spiele verzichten muss.
Simon Stiebjahn aus dem Neustädter Ortsteil Langenordnach muss am Samstag früh aufstehen, denn die U23-Fahrer werden schon um 9 Uhr auf die Strecke geschickt. Er hofft, eine starke Weltcup-Saison mit einem guten Ergebnis zu beenden. Beim Weltcup-Auftakt im März im südafrikanischen Pietermaritzburg war der Langenordnacher in der ersten Runde völlig überraschend in Führung gegangen, wurde dann aber durch einen Materialdefekt weit zurückgeworfen. Bei Weltcup Nummer zwei im belgischen Houffalize reichte die Kraft nur für zwei Drittel des Rennens, aber dann erreichte Stiebjahn in Tschechien Rang elf. Zuletzt kurbelte der frischgebackene U23-Marathon-Europameister im Juni noch auf die Ränge sechs und sieben bei den Nordamerika-Weltcups.
"Diese Ergebnisse würde ich gerne auch bei einem Rennen in Europa bestätigen", erklärt Stiebjahn. Dazu gibt es nur noch in Val d’Isère und dann bei der WM Gelegenheit, denn für Stiebjahn ist es der letzte U23-Jahrgang. Wie Adelheid Morath reist auch der Mountainbiker des Team Bulls aus der Höhe ins französische Skigebiet. Zwölf Tage hat er dort mit dem deutschen U23-Meister Markus Schulte-Lünzum (Haltern) und dem Mosbacher Marcel Fleschhut trainiert.
"Wir haben sehr gut trainiert und ich bin zuversichtlich", zog Simon Stiebjahn sein Fazit, bevor er sich am Mittwoch auf den Weg nach Val d’Isère machte. Auch Jessica Benz vom RSV Hochschwarzwald ist beim Weltcup-Finale am Start. Die DM-Dritte der Juniorinnen bestreitet ihr Rennen am morgigen Samstag um 16.30 Uhr.
Autor: Erhard Goller



