Bürgerinfoabend

In Wembach ist das Stimmungsbild eher kontra Windkraft

Stefan Ammann

Von Stefan Ammann

So, 18. März 2018 um 15:30 Uhr

Wembach

In Wembach ist man der Windkraft gegenüber eher negativ eingestellt – gemessen an der Stimmung beim Bürgerinfoabend. Am Montag muss der Gemeinderat entscheiden.

Über vier Stunden stand Wembachs Bürgermeister Christian Rüscher den Bürgern am Freitagabend zum Thema Windkraft Rede und Antwort. Die Gemeinde hatte zu der Veranstaltung im Rathaus geladen, um über den geplanten Windpark am Zeller Blauen zu informieren. Er habe diesen Dialog mit den Bürgern gesucht, weil er bei dem Thema Windkraft den Weg der Offenheit und Transparenz gehen wolle, so Rüscher.



Denn in der Gemeinderatssitzung am Montagabend steht die Abstimmung darüber an, ob sich Wembach an dem geplanten Windkraftpark beteiligen wird. Das Grundstück, das die Gemeinde in den Anlagenpark einbringen soll, macht unter drei Prozent der Gesamtfläche des für den Windpark in Frage kommenden Geländes aus. Es handelt sich um die kleine Exklave "Am Zeiger", die an die Gemeinden Kleines Wiesental, Fröhnd und Böllen grenzt. "Die Windkraftanlagen werden kommen. Wie wir hier in Wembach entscheiden, wird auf den Windpark nur minimalen Einfluss haben", so Christian Rüscher.

Geladen waren nur Wembacher Bürger

Zur Infoveranstaltung im Rathaus waren nur Wembacher Bürger eingeladen. Vertreter des Investors EWS, des Windanalgenherstellers Enercon oder der Bürgerinitiative "Schwarzwald Gegenwind" waren nicht geladen. Die Bürgerinitiative hatte jedoch einen Infostand vor dem Rathaus eingerichtet. Die gesamte Veranstaltung sei in konstruktiver Atmosphäre – ohne Störungen und Zwischenfälle – verlaufen, so Christian Rüscher.

Gezeigt wurde bei der Infoveranstaltung im Übrigen eine im Schönauer Rathaus entworfene Karte, auf der fiktive Standorte für Windkraftanlagen auf dem Höhenzug des Zeller Blauen eingezeichnet sind. Auch enthielt die Präsentation eine Fotomontage, die Windkraftanlagen auf dem Höhenrücken von Wembach aus gesehen simuliert. Mehrfach wurde betont, dass die Lage der in der Karte eingezeichneten roten Kreise völlig willkürlich sei und nicht auf eine Vorfestlegung auf Windkraftanlagen-Standorte schließen lasse. Gegner des Windparks hatten der EWS Energie GmbH zuletzt wiederholt vorgeworfen, bereits Standorte festgelegt zu haben, was von Seiten der EWS immer wieder dementiert wurde.

Während der Veranstaltung am Freitag konnten die Bürger per Stimmzettel ihre Meinung zum Thema Windkraft kund tun. Die Auszählung ergab folgendes Stimmungsbild: Bei 24 abgegebenen Stimmen waren 17 gegen und fünf für die Errichtung der Windanlagen. Es gab eine Enthaltung.

Die Bürgerbefragung sei unverbindlich und nicht repräsentativ. Das Stimmungsbild könnte Ratsmitgliedern, die noch unentschlossenen sind, bei ihrer Entscheidung eine Orientierungshilfe sein, so Christian Rüscher.

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