Windpark ohne Wembach

Stefan Ammann

Von Stefan Ammann

Mi, 21. März 2018

Wembach

Gemeinderat lehnt Einbringung von Gemeindegrundstücken in den geplanten Windpark am Zeller Blauen geschlossen ab.

WEMBACH. Die Gemeinde Wembach wird keine Grundstücke in die Kulisse für den geplanten Windanlagenpark am Zeller Blauen einbringen. Diese Entscheidung hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend einstimmig gefällt. Auch bei der vorerst letzten Abstimmung über den geplanten Windpark war das öffentliche Interesse wieder groß: Fast 40 Bürger waren zur Sitzung im Wembacher Ratssaal erschienen.

Bürgermeister Christian Rüscher eröffnete den Windkraft-Tagesordnungspunkt mit einer kurzen Präsentation, die er bereits am Freitag bei der Informationsveranstaltung im Rathaus gezeigt hatte. Bei der Veranstaltung hatten die Wembacher Bürger die Gelegenheit gehabt, sich über den geplanten Windpark am Zeller Blauen zu informieren. Das Stimmungsbild hatte eine mehrheitliche Ablehnung der Pläne unter den Besuchern der Veranstaltung gezeigt (die BZ berichtete).

"Es war gut, dass die Bürger sich informieren konnten und es ein Meinungsbild gegeben hat", lobte Gemeinderat Tobias Bauer das Vorgehen der Gemeindeverwaltung. Auch Gemeinderätin Eva Mosbach knüpfte vor der Stimmabgabe im Rat an die Informationsveranstaltung vom Freitag an. "Man hat gesehen, dass sehr viele Bürger extreme Bedenken haben. Man kann nicht gegen eine Gemeinde entscheiden", so Mosbach. "Ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass Windräder an diesem Standort nicht das richtige Mittel zur CO2-Reduzierung sind," pflichtete ihr Rolf Burger bei. "Den Idealismus, den ich früher der Windkraft entgegengebracht habe, teile ich nicht mehr", sagte Burger.

Die Details des Nutzungsvertrages mit den Investoren EWS und Enercon waren den Räten – wie zuvor in anderen Gemeinden – in nicht-öffentlicher Sitzung vorgelegt worden. Beobachter hatten im Vorfeld mit einer Ablehnung durch den Gemeinderat gerechnet. Nun fiel das Ergebnis eindeutig aus: Einstimmig und ohne Enthaltung stimmten die Wembacher Räte am Montag gegen den Antrag.

Wembachs Bürgermeister Christian Rüscher betonte, dass die Wembacher Entscheidung nur einen geringen Einfluss auf den geplanten Windpark haben werde. Das Gelände "Am Zeiger", das die Gemeinde in den Windkraftpark hätte einbringen können, macht unter drei Prozent der Gesamtfläche aus. In näherer Zukunft stehe für den Gemeinderat wahrscheinlich die Frage an, ob Wembach für die Bauarbeiten am Windpark Durchfahrtsrechte auf Gemarkung Wembach genehmigen wolle, sagte Christian Rüscher.

Zuvor hatten die Gemeinden Kleines Wiesental, Zell und Böllen Flächen in den geplanten Anlagenpark eingebracht. Im Fröhnder Gemeinderat war es in nicht-öffentlicher Sitzung zu einem Patt gekommen; deswegen wird vorerst nicht damit gerechnet, dass sich die Gemeinde Fröhnd an dem Projekt beteiligt. Laut EWS wäre mit einem Betrieb der Windanlagen frühstens ab 2021 zu rechnen.