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25. August 2009

Wenn Bello ins Heim kommt

Bevor’s in die Ferien geht, landen die Haustiere im Tierheim – viele trennen sich für immer

  1. Gemischtes Quartett: Sabrina Havertz mit Kater Garfield und Corinna Zahs mit Cliff Foto: heidi fössel

LAHR. Hunde haben derzeit im Tierheim Lahr Hochsaison. Gerade in der Sommerzeit bringen viele Tierbesitzer ihren Vierbeiner ins Heim. Ein paar holen sie nach den Ferien wieder ab, viele trennen sich gleich für immer. 40 Katzen, 26 Hunde, ein paar Meerschweinchen, Chinchillas, Degus, das sind kleine Nagetiere, und zwei Minischweine sind derzeit im Heim.

Das Kläffen und Bellen hört man schon im Eingang. "In den letzten Wochen haben wir sehr viele Hunde bekommen", sagt Tierheimleiterin Patricia Waidele. Die Gründe dafür sind ganz verschieden. Mal sind die Besitzer erkrankt oder gehen ins Alten- oder Pflegeheim, mal können sich Menschen um das Tier nicht mehr kümmern, weil sie finanzielle Schwierigkeiten haben. "Vielleicht ist das auch nur ein Vorwand", sagt Waidele. Auffällig sei, dass sich diese Fälle gerade in der Sommerzeit häufen. "Da liegt der Verdacht nahe, dass manche lieber ohne ihre Haustiere in Urlaub fahren wollen." Das Geld und die Krise spielen dabei eine Rolle.

Während die Zahl der Tiere, die von ihren Besitzern nicht wieder abgeholt werden, gestiegen ist, gehen die Pensionstiere zurück. "Die Leute haben weniger Geld und wollen ihre Tiere im Urlaub kostengünstiger versorgen", sagt Waidele. Nicht jeder kann sich die 12,50 Euro für den Hund, oder die 9 Euro für die Katze am Tag leisten. Zumal Pensionsgäste im Katzenhaus geimpft sein müssen, wie Waidele betont.

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Bei Katzen ist die Hochsaison im Frühjahr und im Herbst. "Da werden wir mit Katzenbabys überschwemmt", sagt Waidele. Meerschweinchen oder Kaninchen werden gerne nach Weihnachten und Ostern abgegeben. "Sie vegetieren eine Zeitlang in den Wohnungen vor sich hin, bis sie den Eltern auf die Nerven gehen", sagt Waidele. Kleintiere sind meistens Geschenke für Kinder. Häschen oder Meerschweinchen wirken niedlich, machen meist aber mehr Arbeit als die Eltern denken. Mit der Haltung sind die Kinder häufig überfordert. Die Tiere aufnehmen und für sie ein neues Zuhause finden – das ist dann die Aufgabe des Tierheims. Doch das ist gar nicht so einfach. Tier und Besitzer müssen zueinander passen.

Auch wenn gerade Hunde Hochsaison haben, betont Waidele: "Hundeshopping machen wir nicht." So müssen Leute, die einen Hund suchen, erst dreimal zum Gassigehen kommen und sich kritischen Fragen unterziehen. "Wir wollen vermeiden, dass die Tiere hin- und hergeschoben werden. "Das wäre für die Tiere das schlimmste."

Immer häufiger gibt es Scheidungshunde – die Besitzerpaare haben erst sich selbst und sich dann auch noch vom Hund getrennt. Oder Fälle wie Benny. Der Hund hat sein ganzes Leben eingesperrt in einem Schuppen verbracht. "Er ist misstrauisch gegenüber Fremden. Wen er aber kennt, den liebt er abgöttisch", erzählt Waidele. Wieder andere Tiere wurden einfach ans Tor gebunden oder von der Polizei irgendwo aufgelesen. Die Tiere, die nicht vermisst werden, bleiben – bis das Tierheim einen neuen Besitzer gefunden hat.

"Große Hunde warten zwar länger als kleine", gibt Waidele zu. Mit der Vermittlung ist die Leiterin aber zufrieden. So halten sich die Tiere, die kommen und gehen, in etwa die Waage. Die Rücklaufquote ist sehr gering. Höchstens ein bis zwei Tiere werden pro Jahr wieder ins Heim zurückgebracht. Und wenn die Hunde im Heim nicht bellen, sind sie gerade beim Gassigehen.

Info: Am Sonntag, 30. August, veranstaltet das Tierheim in der Flugplatzstraße 111 von 11 bis 17 Uhr ein Sommerfest.

Autor: Katharina Wetzel