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27. November 2008

Wenn Kunst Schule macht

In der Endinger Kornhalle sind bis Samstag Bilder aus dem Kunstunterricht zu sehen

  1. Was möglich ist, wenn sich Schule und freie Künstler vernetzen, zeigt die Ausstellung „Kunst macht Schule“ in der Kornhalle Endingen. Foto: Christel Hülter-hassler

ENDINGEN. Die Eröffnung einer außergewöhnlichen Kunstausstellung lockte am Montagabend außergewöhnlich viele Gäste in die Kornhalle nach Endingen. Unter dem Titel "Kunst macht Schule" zeigten Schüler der Endinger Stefan-Zweig-Realschule, der Grundschule und der Hauptschule zusammen mit den drei Künstlerinnen der Produzentengalerie 3malART Endingen besonders gelungene Bilder aus dem Kunstunterricht.

Im Foyer der Kornhalle drängeln sich Kinder, Eltern und Lehrer zwischen Gebäck und Getränken. So viele Kunstinteressierte hat dieser Raum wohl noch nie gesehen. Als sich die Tür zum Ausstellungsraum öffnet, ergießt sich ein lebhaft diskutierender Strom von Kunstliebhabern aller Generationen durch die Gänge zwischen den Stellwänden.

"Wie zart und natürlich die Motive wirken", staunt ein Besucher vor den "Tulpen im Wasserglas". Die Bilderauswahl der Schüler umfasst viele verschiedenen Techniken: Nebellandschaften steigen aus gerissenem Papier, verschiedenartige Materialien erzeugen bestimmte Wirkungen. So sind kubistische Collagen entstanden, abenteuerliche Vogelscheuchen oder bewegliche Katzenköpfe. In warmen, dunklen Farben ist es gelungen, die Kunst der Aborigines mit eindringlichen Motiven kreativ umzusetzen. Den Ideenreichtum der Schüler spiegeln ihre Arbeiten zu den Themen Grafitti, Dreidimensionalität und vieles mehr.

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Das findet auch Bürgermeister Helmut Schwarz, der die Ausstellung offiziell eröffnet und sich bei den Initiatorinnen bedankt. Es sei heute wichtiger denn je, einen Gegenpol anzubieten zur leistungs-und medienorientierten Gesellschaft. "Es geht uns darum, der Kunst im Unterricht mehr Wertschätzung zu geben", pflichtet Iris Rothe dem Stadtoberhaupt bei. Die Kunstlehrerin der Realschule hat sich des Projektes "Kunst macht Schule" in Endingen zusammen mit Beatrix Hiddemann von der Grundschule und Anne Sucher von der Hauptschule angenommen. Der Anstoß zur Kooperation mit den Schulen kam von den drei Künstlerinnen Karin Goger-Klundt, Sabine Brenner und Lucienne Gürtner, die in ihrer Endinger Produzentengalerie viele verschiedenen Angebote setzen. Ihre Idee ist, in der Galerie Schülern einen erweiterten Kunstunterricht zu ermöglichen.

Dass während der einwöchigen Ausstellung die Werke der drei "Profis" neben denen der Schüler hängen, macht das Betrachten und Vergleichen der Exponate besonders spannend. Die Aussicht auf eine öffentliche Ausstellung motiviere die Kinder sehr, sind sich die Kunstlehrerinnen einig .Künftig sollen die Schulen, und vielleicht auch die Kindergärten, einmal im Jahr mit den Arbeiten der Kinder in einer Ausstellung an die Öffentlichkeit gehen. "Die Wahrnehmung und das Bewusstsein für die Kunst werden geschärft", ist sich Karin Goger-Klundt sicher.

Der erste Anstoß für die unerschöpflichen Möglichkeiten, sich mit den Spielarten der Kunst generationenübergreifend auseinanderzusetzen, ist getan.

Info: Die Ausstellung steht vom Dienstag, 25. bis einschließlich Samstag, 29. September, von 15 bis 18 Uhr, in der Kornhalle Endingen offen.

Autor: Christel Hülter-Hassler