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16. Januar 2009 08:51 Uhr
Babysimulatoren im Einsatz
Wenn Schüler auf einmal Eltern sind
Mit Robobabys können Schülerinnen und Schüler in Lahr den Ernstfall proben: Vater oder Mutter eines süßen kleinen Babys zu sein. Die Babysimulatoren fordern nicht nur Nahrung, sondern auch Zuwendung.
"Babybedenkzeit" heißt ein Projekt des Caritasverbands, das jetzt an der Friedrich- und der Gutenbergschule begonnen hat. Ziel ist unter anderem, Mädchen und Jungen aufzuzeigen, welche Konsequenzen für das eigene Leben eine zu frühe Schwangerschaft im Alltag hat. Das Projekt ermöglicht Erfahrungen, die den Jugendlichen erspart bleiben könnten. Das Angebot des Sozialdienstes katholischer Frauen wurde an beiden Schulen gerne angenommen, Lehrerinnen betreuen die Bedenkzeit. Die Themen auf dem Lehrplan der Neuntklässler lauten in den nächsten Wochen daher: Lebensplanung und Freundschaft, Umgang mit einem Kind und Verantwortung – aber auch Misshandlung.
"Robobabys" heißen die vom Sozialdienst katholischer Frauen zur Verfügung gestellten Babysimulatoren, mit denen Schülerinnen und Schüler den Ernstfall proben können: Vater oder Mutter eines süßen kleinen Babys zu sein. Jedes Baby macht viel Freude – aber es verändert auch das Leben grundlegend, heißt es in einer Mitteilung der Caritas. Das können Jugendliche mit diesen Robobabys authentisch erfahren. Die computergesteuerten Simulatoren können mehr als normale Puppen: Sie brüllen vor Hunger, sie schreien, wenn die Windel nass ist oder beim Tragen der Kopf nicht gestützt wird. Die Computer registrieren, wie oft ein Baby gefüttert, gewiegt oder gewickelt wurde – oder ob es gar misshandelt wurde.
Auf Initiative von Marianne Lindenfelser, Sozialarbeiterin bei der Caritas-Schwangerschaftsberatung, findet bis zum 13. Februar in der Friedrich- und Gutenbergschule für neunte Klassen mit insgesamt 40 SchülerInnen ein Elternpraktikum statt. Die Lehrerinnen Ursula Windmüller und F. Obergföll (Friedrichschule), sowie Schädelbauer und Imhoff (Gutenbergschule) hatten in der Vergangenheit immer wieder ein Defizit an umfassender Sexualaufklärung beobachtet.
Zur Einstimmung haben die Schülerinnen und Schüler gestern das neue Projekt " Menschen(s)kind" besichtigt und Kleider für ihre Babysimulatoren ausgesucht.
Zum Abschluss des Projektes steht ein Erfahrungsaustausch auf dem Programm.
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Autor: bz
